Nun klappt es besser

 

Ein Sieg und eine knappe Niederlage – so lautet die Bilanz des UHC Sarganserland nach dem NLB-Heimspiel-Wochenende. Höhepunkt war das 12:4 gegen Langenthal.

“Schiiiiiiess!”, hallte es vorgestern Abend durch die Sarganser Riet-Halle, als Claudio Stucki Sekunden vor Schluss noch einmal vor dem Eggiwiler Tor angespielt wurde. Der UHCS-Captain tat, wie ihm befohlen, doch sein Schuss flog haarscharf über die Latte. Aus und vorbei, die Berner holen sich mit dem 8:7 den dritten Sieg im vierten Spiel, der UHCS bleibt bei einem Erfolg – dem 12:4 am Vortag gegen Langenthal Aarwangen. 

Gegen das konterstarke Eggiwil zeigten die Sarganserländer viel Moral. Bei Spielhälfte (1:5) und nach 45 Minuten (2:6) lagen sie mit vier Toren in Rückstand. Doch im Schlussdrittel drückten sie – angeführt vom langsam auftauenden Finnen-Duo Kalle Keskitalo und Roppe Kainulainen – die Berner weit in deren Hälfte. Tor um Tor fiel, aber es dauerte bis zur 57. Minute, ehe Dominik Dietrich tatsächlich noch ausglich. «Jetzt hinten aufpassen», dachte sich wohl manch einer der knapp 200 Zuschauer – der Gedanke war noch nicht fertig gedacht, da traf Daniel Gerber zum 8:7-Siegtreffer. 

Schützenfest gegen Langenthal

Tags zuvor hatte es in Langenthal Aarwangen noch besser ausgesehen. Trotz zwei Pleiten zum Saisonstart im Rücken spielten die UHCS-Akteure erstaunlich souverän auf. Die erneuten Linienumstellungen hatten sich ausbezahlt – es scheint, dass Coach Simon Gugelmann nun langsam die richtige Mischung gefunden hat. Schon nach drei Minuten hatten die beiden UHCS-Finnen eine 2:0-Führung herausgespielt, nach dem ersten Drittel stand es, beruhigend für das Heimpublikum, 5:1. Und jedes Mal wenn die Gäste aus dem Oberaargau einen Hauch von Momentum spürten, erzielten die UHCS-Akteure wieder einen Treffer. 

Die Langenthaler Moral wurde durch die völlig überzogene Rote Karte gegen Isaia Schneeberger – der Bruder des ehemaligen HCD-Verteidigers Noah Schneeberger wurde wegen eines «Dutzendspruchs» in Richtung Fabian Hohl unter die Dusche geschickt – im Schlussdrittel weiter geschwächt. So gewannen die Hausherren auch diesen Abschnitt mit 5:1. 

Deutliche Steigerung

Immer noch weht ein wenig die Erinnerung an die letzte Saison mit den 19 Niederlagen in 21 Partien nach. Doch mit den beiden Vorstellungen am Wochenende hat die UHCS-Ausgabe 2020/21 gezeigt, dass sie nicht mehr mit jener des Vorjahres zu vergleichen ist. Die Automatismen beginnen immer besser zu funktionieren, gerade im Abschluss klappte (19 Tore in zwei Spielen) vieles besser als noch in den Startpartien. Und auch in der Abwehr wurde die Fehlerquote deutlich reduziert. Das keck aufspielende Eggiwil dürfte noch so manchem NLB-Kontrahenten einige Tore einschenken. Umso wertvoller ist das 12:4 gegen Langenthal, einen der vermeintlichen Kontrahenten im unteren Tabellen-Mittelfeld.

(Text und Bild: Reto Voneschen)

 

Sarganserland – Eggiwil 7:8 (1:3, 1:2, 5:3)

Riet Sargans. – 181 Zuschauer – SR Braunwarth/Haupt.

Tore: 1. Kainulainen (Keskitalo) 1:0. 9. Pauli (Mucha) 1:1. 10. Schwendimann (Steiner) 1:2. 13. Mucha (Schöni) 1:3. 24. D. Gerber (S. Pauli) 1:4. 28. F. Schwendimann (Pauli) 1:5. 37. Compagnoni (Kühne) 2:5. 45. Strahm 2:6. 45. De Coi (Degiacomi) 3:6. 48. Keskitalo (Kainulainen) 4:6. 50. Stucki 5:6. 51. Mucha (Schlüchter) 5:7. 52. Meiler (Kainulainen) 6:7. 57. Dietrich (Keskitalo) 7:7. 57. Gerber (Pauli) 7:8.

Strafen: je 5mal 2 Minuten.

 

Sarganserland – Langenthal Aarwangen 12:4 (5:1, 2:2, 5:1)

Riet, Sargans. – 158 Zuschauer. – SR Christen/Gilgen.

Tore: 1. Keskitalo (Kainulainen) 1:0. 3. Kainulainen (Kühne) 2:0. 10. Brossard (Kühne) 3:0. 15. Schärli (Siegrist) 3:1. 16. Compagnoni (Meiler) 4:1. 20. Degiacomi (Torri) 5:1. 22. Marugg (De Coi) 6:1. 24. Liikanen (Siegenthaler) 6:2. 32. Moser (Schneeberger) 6:3. 36. Torri (Stucki) 7:3. 44. Dietrich (Hohl) 8:3. 45. Degiacomi (Torri) 9:3. 48. Dätwyler (Liikanen) 9:4. 51. Compagnoni (Keskitalo) 10:4. 53. Kainulainen (Degiacomi) 11:4. 53. Torri (Degiacomi) 12:4. – Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Sarganserland. 3mal 2 Minuten und 1mal Rot (Schneeberger) gegen Langenthal Aarwangen