Lost in Heiden

Die U21-Junioren verlieren das dritte Saisonspiel nach einer harmlosen Leistung mit 2:7 gegen Floorball Heiden.  
 
Ach Heiden. Es hätte so schön werden können.  
 
Friedlich summte Lemms neue Kaffeemaschine in der Kabine, Fuchs und Hase wünschten sich gute Nacht und der Parkettboden in der Halle glänzte heller als in Muddis Stube. Der Luftkurort Heiden ist ein schönes Fleckchen Erde. Das wissen auch Herr Wiki und Frau Pedia. «Heiden befindet sich im Appenzeller Vorderland. (…) Das Dorf liegt eingebettet zwischen Kaien, Bischofsberg und Freudenberg, rund 400 Meter über dem Bodensee auf 790 Meter. Der Gstaldenbach (…) fliesst durchs Dorf und bildet unterhalb davon ein tiefes Tobel», verraten sie auf Anfrage. Und weiter: «Zur allgemein verbreiteten Gras- und Milchwirtschaft gesellte sich (…) schon früh der Weinbau, der heute allerdings wieder verschwunden ist. Ebenso wurde früher auf dem Gemeindegebiet Getreide angebaut. Das Textilgewerbe entwickelte sich zu grosser Blüte. (…) Die Tradition der Seidenweberei hat sich bis heute in einem grossen Industriebetrieb erhalten.» Schön.  
 
Damit wäre auch das Schönste des samstäglichen Ausflugs der U21-Junioren ins Appenzellerland gesagt. Nach dem ersten Drittel deutete noch wenig auf eine Klatsche hin. Das 0:1 (10.) korrigierte Tisi Kalberer umgehend. Wenig später kachelte es trotzdem wieder im Gästekasten. Es blieb nicht das letzte Mal. Im Mittelabschnitt bekamen die UHCS-Junioren einen Gratisunterricht in effizienter Chancenverwertung und schnörkellosem Spiel. Die Heiden konnten schalten und walten wie sie wollten, die Gäste zeigten sich höchstens als mässig interessierte Zuschauer. 6:1 stand nach 40 Minuten auf der Anzeigetafel. Da zeigte auch das schüche Aufbäumen im Schlussdrittel wenig Wirkung. Erst mit sechs Feldspielern kam der UHCS noch zu seinem zweiten Treffer. 7:2 gewannen die Appenzeller verdient. 
 
«In Österreich würde man jetzt sagen‚ miar hams gschissn grissn‘», hätte UHCS-Captain Florian Zwahlen in die Reportermikrofone diktiert, wenn welche da gewesen wären. Waren sie natürlich nicht, die kurze Rückkehr in die Fäkalsprache – wer’s nicht verstanden hat: «wir haben’s kräftig verkackt» – hätte trotzdem gestimmt. In Feierlaune war einzig Manuel „Zimmi“ Zimmermann mit seiner Packung «Celebrations» – die Gabe für den besten Spieler.   
   
Ach Heiden, es hätte so schön werden können. Schnell noch einen Kafi und dann einfach nur noch weg hier. 

Heiden – Sarganserland 7:2 (2:1, 4:0, 1:1) 
Wies. – 45 Zuschauer. – SR Ledergerber/Staub. 
Tore: 10. Heiden 1:0. 11. M. Kalberer 1:1. 14., 27., 31.,34., 39., 46. Heiden 7:1. 59. Zimmermann (Kehl) 7:2. 
UHCS: Malnati (30. Sa. Utzinger); Kipfer, Keller; Marthy, Kehl; Hidber, J. Kalberer; Zwahlen, Zimmermann, Vasella; Sonderegger, Si. Utzinger, M. Kalberer; Ackermann, Lemm, Schwendener.