Kein Start nach Mass

Der UHC Sarganserland hat die NLB-Ouvertüre mit 5:10 gegen Thurgau verloren. 

Nicht nur Torhüter tragen Masken», hiess das Motto beim Saisonstart im Schweizer Unihockey. Im Hallensport Unihockey müssen Zuschauende – anders als beispielsweise im Amateurfussball – eine Schutzmaske tragen. Auch gilt Registrierungspflicht sowie nur Zutritt für gewisse Zonen für Zuschauende und kein Seitenwechsel in der Pause und Shakehands nach dem Spiel. 

Ein Zusatzaufwand vor allem für den neuen Vorstand des UHC Sarganserland, aber einer, der sich gelohnt hat. In Zeiten, wo Sportveranstaltungen en masse abgesagt werden, ist das Zeichen, das die Hallensportart Unihockey aussendet, ein klares: Wir spielen weiter – geschützt.  

Thurgau einfach besser

Das NLB-Team des UHCS hat schon vor dem ersten Saisonspiel am Samstag ein Zeichen ausgesendet: Wir sind wieder da. Alle 22 Felder der Spielernamen auf dem Matchblatt waren gefüllt, nur trat eben das ein, was bei einer neu formierten Truppe oftmals der Fall ist – die Automatismen funktionieren noch nicht nach Wunsch. Im Ansatz war einiges Gutes zu erkennen, in der Vollendung fehlte dann aber halt trotzdem noch ein gutes Stück. 

Vor allem im Vergleich zu einem vermeintlichen NLB-Topteam, wie Floorball Thurgau eines in dieser Saison darstellen dürfte. Die «Mostinder» offenbarten praktisch keine Schwächen, waren technisch stärker, taktisch variabler und so oftmals den berühmten Schritt schneller als die Sarganser-länder Kontrahenten. Diese konnten oft nur reagieren, und wenn sie mal agierten – wie im Pressing beispielsweise –, dann nutzten dies die Thurgauer blitzschnell zu Gegentoren aus. 

Nach dem Startdrittel (1:2) sah das Resultat noch einigermassen annehmbar aus, im zweiten Abschnitt erhöhten die Thurgauer Gäste aber das Tempo – und plötzlich fielen die Tore wie reife Früchte. Besonders bitter für den UHCS: Gelang diesem mal ein Treffer, so wie Dominik Dietrich (38, in Überzahl) oder Claudio Stucki nach einem Husarenritt durch die Mitte, stoppten die Thurgauer jedes Mal auch das kleinste Aufkommen von Euphorie mit einem sofortigen Gegentreffer. Mit 4:8 ging es so in die zweite Pause. 

Im Schlussabschnitt war eine aufsteigende Tendenz bei den Sarganserländern ersichtlich. Aber der Aufwand, um zu Torchancen zu kommen, stand in keinem Verhältnis zum Ertrag. Auch wusste Thurgau weiter auf jeden Treffer eine Antwort. 5:10 stand am Schluss auf der Anzeige.

«Wir sind auf dem richtigen Weg», sagte der neue, altbekannte UHCS-Coach Simon Gugelmann. Die Richtung stimmt, allein wird es noch einen Moment dauern, bis auch Topteams gefordert werden können. Das tönt ernüchternd, aber ist kein Vergleich mehr zum letzten Jahr. Damals musste einfach gehofft werden, dass der Gegner einen schlechten Tag hat. Da ist die aktuelle Truppe schon sehr viel weiter. 

(Text: Reto Voneschen / Bild: Erwin Keller)

 

UHC Sarganserland – Floorball Thurgau 5:10 (1:2, 3:6, 1:2)
Sporthalle Riet, Sargans. 159 Zuschauer. SR Schüpbach/Studer.
Tore: 5. C. Kühne (L. Compagnoni) 1:0. 12. S. Saarinen (N. Siegfried) 1:1. 15. V. Viitakoski (N. Siegfried) 1:2. 22. N. Einiö (N. Graf) 1:3. 27. S. Saarinen 1:4. 27. C. Marugg (R. Kainulainen) 2:4. 31. S. Saarinen (Y. Fitzi) 2:5. 32. S. Saarinen (S. Fitzi) 2:6. 36. J. Föhr (S. Huber) 2:7. 38. D. Dietrich (K. Keskitalo) 3:7. 38. V. Viitakoski (J. Föhr) 3:8. 39. C. Stucki 4:8. 45. C. Kühne (L. Compagnoni) 5:8. 46. S. Saarinen 5:9. 50. N. Einiö (N. Graf) 5:10.
Strafen: 2mal 2 Minuten gegen UHC Sarganserland. 2mal 2 Minuten gegen Floorball Thurgau