Interview zum Saisonstart

Am kommenden Samstag startet der UHC Sarganserland nach einem Totalumbau in die neue Unihockey-Nationalliga-B-Saison. Mit Simon Gugelmann steht ein alter Bekannter wieder auf der Kommandobrücke.

Vor dem NLB-Saisonstart hat sich der “Sarganserländer” mit NLB-Trainer Simon Gugelmann unterhalten. 

«Sind auf dem richtigen Weg»

Es ist schon erstaunlich: Vor einem Jahr herrschte beim Fanionteam des Unihockey-clubs Sarganserland noch eine Stimmung, schwankend zwischen Trotz, Frust und Unsicherheit. Praktisch die ersten beiden Linien waren weg, statt erfahrenen Leistungsträgern wurden junge, unerfahrene Akteure ins kalte Wasser geworfen. Ein beispielloser Absturz ans Tabellenende war die Folge, am Ende der Qualifikation standen zwei Siege und 20 Niederlagen zu Buche. Überraschenderweise sah es in den Play-outs gegen Davos (2:1-Führung) trotzdem – nach diversen Rückholaktionen und Transfers – nach Ligaerhalt aus, ehe das Coronavirus die Saison vorzeitig beendete.

In diesem Sommer hat die Stimmung komplett gekehrt. Der neue Sportchef Samuel Pfiffner wählte sich die Finger wund und stellte ein 25–Mann-Kader auf die Beine. Neben vielen jungen Akteuren aus den eigenen Reihen oder den benachbarten Bündner NLA-Klubs holte Pfiffner auch die erfahrenen Finnen Kalle Keskitalo und Roppe Kainulainen. Ein Kader, nicht mehr zu vergleichen mit jenem vor einem Jahr. 

Die Führung obliegt einem alten Bekannten. Simon Gugelmann führte den UHCS anno 2008 einst in die NLB, bis 2013 sein Vertrag nicht mehr verlängert wurde. Zwischenzeitlich war er lange in der 1. Liga bei Widnau tätig, ehe sich der 41-Jährige aus familiären Gründen ein Time-out nahm. 

Simon Gugelmann, Sie sind nach sieben Jahren zurück beim UHCS. Wie hat sich die Rückkehr bisher angefühlt?

Simon Gugelmann: Es fühlt sich bisher sehr gut an. Einiges ist noch beim Alten, aber auch sehr vieles neu.

Was waren die Gründe für die Rückkehr? Stimmt es, dass Sie die erste Anfrage abgesagt haben?

Es war immer mein Wunsch, wieder als Trainer tätig zu sein. Allerdings ist es nicht so einfach, Vollzeit zu arbeiten, für die Familie da zu sein und noch ein Traineramt auszuüben. Das war auch der Grund, warum ich die erste Anfrage abgelehnt habe. Doch nach den erneuten Gesprächen habe ich dann zusammen mit der Familie eine Lösung gefunden, die für alle passt. Ein ganz wichtiger Punkt ist natürlich, dass ich einen hervorragenden Staff habe, der selbstständig und zuverlässig arbeitet.

Was macht der Simon Gugelmann von 2020 anders als jener von 2013?

Ich hinterfrage mehr. Grundsätzlich versuche ich, individueller zu arbeiten. Das heisst, ich versuche, mehr auf die einzelnen Spieler und ihre Bedürfnisse einzugehen.

Sie haben ein grosses Kader zur Verfügung. Welche Herausforderungen stellten sich für Sie und Ihren Assistenten René Fuchs?

Ein breites Kader ist gut, um Absenzen abzudecken, ebenso ist der Konkurrenzkampf gross. Für uns Trainer bedeutet das aber auch, dass es schwieriger wird, jedem Spieler gerecht zu werden. Unser Ziel ist es, jeden Spieler weiterzuentwickeln, damit er die bestmögliche Leistung erbringen kann. Einerseits mussten wir herausfinden, wer auf welcher Position für uns am meisten bringt, und andererseits mussten wir auch Spieler für ihren nächsten Entwicklungsschritt in die zweite Mannschaft oder zu den U21-Junioren schicken, da wir nur eine begrenzte Anzahl Trainingsplätze haben.

Wie sind Sie mit der Vorbereitung bislang zufrieden?

Wir haben viele Fortschritte erzielt, aber wir sind noch nicht ganz dort, wo wir sein möchten. Durch die vielen neuen Mitglieder des Teams mussten wir uns zuerst finden und unsere Ideen aufzeigen. Es braucht sicher noch einen Moment, bis alle Zahnräder ineinandergreifen, aber wir sind auf dem richtigen Weg.

Was muss besser werden, damit wieder eine erfolgreichere Saison als die letzte gespielt werden kann?

Zu der letzten Saison kann ich nicht viel sagen, da ich nicht dabei war. Wir sind uns bewusst, dass wir um jeden Punkt kämpfen müssen. Dies bedeutet, dass wir die Bereitschaft brauchen, in jedem Spiel, aber auch Training, alles zu geben. Wir müssen diszipliniert sein und unseren Gameplan durchziehen.

Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?

Wir haben uns einige Zwischenziele gesetzt. Diese sind eher kurzfristig gesetzt, damit wir sie relativ schnell überprüfen können. Somit wissen wir, ob unser Weg stimmt, oder ob wir Korrekturen machen müssen.

Was erwarten Sie vom ersten Spiel? 

Ich freue mich sehr auf unsere erste Partie. Dabei erwarte ich ein Team, das mit viel Selbstvertrauen und Spielfreude auf das Spielfeld geht. Nach Möglichkeit sollte dann der eine oder andere Punkt bei uns zu Hause bleiben.