Für einmal keine Auferstehung

Mit 5:9 hat der UHC Sarganserland das NLB-Unihockey-Heimspiel gegen Fribourg verloren. Nach vier Siegen in Folge die erste Niederlage. Eine, die vielleicht noch hilfreich sein könnte. 

von Reto Voneschen (“Sarganserländer”)

Es glich beinahe einem Déjà-vu – allerdings einem, auf welches man verzichten könnte. Wieder lag die NLB-Equipe des UHC Sarganserland bei Spielhälfte mit 0:5 in Rückstand. Vor einer Woche war dies gegen Eggiwil der Fall, nun am Samstagabend beim Heimspiel in Sargans gegen Fribourg. Im Emmental gelang damals eine phänomenale Wende, die in einem 7:6-Sieg endete. 

Die Uechtländer waren also gewarnt. Und sie liessen sich die Butter auch nicht mehr vom Brot nehmen. Fünf Tore gelangen den Sarganserländern zwar noch, doch Fribourg löschte jeden noch so kleinen Funken Hoffnung praktisch umgehend mit einem weiteren Treffer. Der 9:5-Siegtreffer landete eine Minute vor der Sirene im verlassenen UHCS-Tor. 

Warum gewinnt der Drittletzte gegen den Tabellendritten, dürfte sich manch einer der Zuschauer in der Sarganser Riet-Halle gefragt haben. Eine Erklärung hatte UHCS-Coach Simon Gugelmann parat. «Fribourg war von Beginn an bereit, mehr zu leisten», analysierte er, «und danach war es zu spät, um das Spiel zu kehren.» 

Wiedersehen mit Keskitalo

In der Tat präsentierten sich die Freiburger als solidarische und verschworene Truppe, die wohl zu Unrecht in den Tiefen der NLB bisher ihr Dasein fristete. Lange lagen sie am Tabellenende, verloren aber ihre Partien oft nur jeweils knapp. Zwischendurch wurde der A-Ligist Sarnen aus dem Cup geworfen. Dass sie aus den letzten vier NLB-Partien drei gewannen, hat wohl auch mit der Verpflichtung von Kalle Keskitalo zu tun. Der Finne, welcher letzte Saison beim UHCS bis zum Saisonabbruch spielte, wechselte vor gut einem Monat vom Tessiner 2.-Ligisten Mendrisiotto zum damaligen NLB-Schlusslicht. Dass der wirblige Finne seine Qualitäten hat, war den Sarganserländern bewusst. Eine Weiterverpflichtung war auch ein Thema, die finanziellen Vorstellungen unterschieden sich beidseitig aber markant. 

Vor allem in der Abwehr zeigten sich am Samstag die Unterschiede. Die Gäste warfen sich teilweise fast in die Schüsse, dazu erwischte Torhüter Stefan Krattinger einen Sahnetag. UHCS-Goalie Luca Marti wurde dafür von seinen Vorderleuten oft im Stich gelassen. Aus den besten Positionen durften sich die Gäste-Stürmer phasenweise die Ecken aussuchen. Dazu klebte dem jungen Glarner im UHCS-Tor manchmal das Pech an den Händen – Abpraller landeten auf den gegnerischen Stöcken oder direkt im eigenen Tor. 

Niemals aufgegeben

Und trotzdem: Ein Unglück ist die Niederlage nicht. Wie gross die Entwicklung der UHCS-Equipe ist, zeigte sich darin, dass keiner, wirklich keiner – auch beim Stand von 0:5 – an eine Niederlage dachte. Einsatz für Einsatz wurde weitergearbeitet, die erste Linie rund um Jakob Karlsson, Claudio Stucki und Christof Marugg stand zeitweise fast pausenlos auf dem Feld und belagerte das Gästetor. Mit mehr Konzentration in der Abwehr werden auch wieder Siege folgen.

 

UHC Sarganserland – Floorball Fribourg 5:9 (0:3, 3:4, 2:2)
Sporthalle Riet, Sargans. 129 Zuschauer. SR Britschgi/Gasser.
Tore: 7. L. Roulin (L. Ritz) 0:1. 16. M. Weibel (B. Diem) 0:2. 17. L. Roulin (K. Keskitalo) 0:3. 22. B. Zurich (C. Romanens) (Eigentor) 0:4. 33. S. Halter (K. Keskitalo) 0:5. 34. C. Marugg (M. Pini) 1:5. 37. M. Pini (Eigentor) 2:5. 37. Y. Moser (S. Halter) 2:6. 40. S. Halter (Y. Moser) 2:7. 40. L. Compagnoni (G. Meiler) 3:7. 47. M. Weibel (B. Aerschmann) 3:8. 53. C. Stucki (C. Marugg) 4:8. 54. C. Marugg (C. Stucki) 5:8. 59. T. Zürcher (O. Müller) 5:9.
Strafen: 1mal 2 Minuten gegen UHC Sarganserland. 3mal 2 Minuten gegen Floorball Fribourg.