Ein “Nuller” nach zu vielen Geschenken

Weg versperrt: Im Rückspiel findet der UHC Sarganserland wenig Lücken in Sarnen – Bild Archiv Reto Voneschen

Die Erkenntnis von UHCS-Cheftrainer Marco Kipfer nach den beiden Niederlagen war nicht neu. «Hat die Mannschaft das Messer am Hals», so Kipfer, «dann zeigt sie ihre Leistung.» Heisst im Umkehrschluss: Wenn nicht, «dann fällt sie zurück in die Komfortzone», so Kipfer.

Bericht Reto Voneschen (Sarganserländer)

Mit zwei Siegen hätten sich die Sarganserländer am Wochenende vorzeitig für die NLB-Play-offs qualifizieren können – ohne den letzten Druck fehlte aber die letzte Konsequenz. Gegen Fribourg verkürzte der UHCS am Samstag im Schlussabschnitt jeweils auf ein Tor Rückstand, um praktisch postwendend wieder einen Gegentreffer zu kassieren. Nach dem 6:4 Fribourgs (59.) erhielt Fabio Good zudem eine Strafe für Reklamieren.

Gegen Sarnen verkürzte Daniel Grass gut fünf Minuten vor Schluss auf 2:3, zu mehr reichte es aber nicht mehr – auch hier fehlte die letzte Konsequenz. «Sechs Tore in zwei Partien sind einfach zu wenig», befand Kipfer, «gegen Fribourg müssten wir nach einer halben Stunde mindestens fünf, sechs Tore geschossen haben. Doch vor dem Gehäuse waren wir viel zu inkonsequent.» So hiess es halt 3:2 für die kompromisslos agierenden Aufsteiger. Bitter dabei der Ausfall von Samuel Pfiffner, der bei Spielhälfte nach einem Check gegen den Kopf mit Verdacht auf Hirnerschüttung ausschied.

Gegen den Tabellenzweiten Sarnen zeigte der UHCS gestern eine ganz ordentliche Leistung. Die beiden starken ersten Formationen der Obwaldner erzielten keinen Treffer – dafür traf der dritte Block dreimal. “Zwei Gegentore waren Geschenke”, ärgert sich Kipfer, “ansonsten liessen wir in wenig zu”.

Pause angesagt
So kam es zum grossen Zusammenschluss am Strich, da die direkten Konkurrenten punkteten. Gegen Grünenmatt (9.) hat der UHCS nun in der nächsten, der vorletzten, Runde die Möglichkeit, die Play-offs endgültig klar zu machen. Ansonsten droht eine Finalissima im Tessin gegen Gordola.

Bis zur finalen Qualifikations-Doppelrunde am 10. und 11. Februar  wird die Meisterschaft wieder unterbrochen, da die Qualifikation für die WM im Dezember ansteht. An sechs Qualifikationsturnieren werden die 15 WM-Teilnehmer neben Gastgeber Tschechien gesucht. Auch der UHCS ist international unterwegs. Verteidiger Dominic Hardegger spielt in Lettland unter anderem gegen die Schweizer Auswahl. Trainer Kipfer tritt mit Aussenseiter Liechtenstein gar gegen Weltmeister Finnland in Estland an.

Play-outs für UHCS II
Definitiv geplatzt sind dafür die Play-off-Träume der UHCS-Reserven. Nach zwei weiteren Niederlagen am Wochenende  (2:8 zu Hause gegen Jona-Uznach und 4:8 gegen Frauenfeld) trennen den UHCS II in der 1. Liga zwei Runden vor Ende der Qualifikation nun uneinholbare neun Punkte vom Play-off-Strich.
In den Play-out-Spielen treffen die Sarganserländer voraussichtlich auf den punktgleichen Mitaufsteiger Zuger Highlands.

Fribourg – UHCS 6:4 (2:2, 1:0, 3:2)

Giffers. – 272 Zuschauer. – SR Brunner/Büschlen
Tore: 3. Grass (F. Good) 0:1. 7. Streit (Weibel) 1:1. 15.  Regi (Grass) 1:2. 16. Aerschmann (Stirnimann) 2:2. 22. Streit (Staub) 3:2. 47. Müller (Kaeser) 4:2. 56. F. Good (Dietrich) 4:3. 56. Streit (Zürcher) 5:3. 58. F. Good (Hardegger) 5:4. 59. Hayoz (Meyer) 6:4.
Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Fribourg. 4mal 2 Minuten gegen UHCS.

Sarnen – UHCS 3:2 (1:1, 2:0, 0:1)

Sarnen. – 230 Zuschauer. – SR Meister/Siegenthaler.
Tore: 10. Grass (F. Good) 0:1. 18. Ming 1:1. 36. von Wyl (Ming) 2:1. 39. Ming (von Wyl) 3:1. 55. Grass (Regi) 3:2.
Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Sarnen. 1mal 2 Minuten gegen UHCS.
UHCS: Mattle (Jannik Feiner); Luca Feiner, Dietrich; Stucki, Hardegger; Pini, Singer; Fabio Good, Regi, Grass; Kühne, Derungs, Pfiffner; Kocherhans, Dort, Tarnutzer; Fischer, Rakeseder, Marco Good.
Bemerkungen: UHCS ohne Schnyder (verletzt). Pfiffner gegen Fribourg verletzt ausgeschieden.

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