Ein ganz besonderes Spiel

Die 2.-Liga-Frauen des UHC Sarganserland empfangen heute Sonntag im Cup-1/16-Final Cupsieger Piranha Chur.

mit Thomas Heusser
sprach Reto Voneschen

Für einen wahren Coup im Cup sorgte das junge 2.-Liga-Frauenteam des UHC Sarganserland vor einigen Wochen. Mit dem 6:2-Heimsieg gegen den 1.-Ligisten Reinach qualifizierten sich die UHCS-Frauen für die 1/16-Runde, wo sie auf eine der besten Schweizer Equipen treffen. 

Piranha Chur machte in den letzten zehn Jahren mit Kloten-Dietlikon jeweils den Meister unter sich aus und stellte auch den Hauptharst der Nationalmannschaft, die im Dezember WM-Silber holte. Im Frühling gewannen die Churerinnen den Cupfinal gegen Kloten-Dietlikon. Mit Corin Rüttimann und Flurina Marti spielen zwei der Weltbesten bei Piranha. UHCS-Trainer Thomas Heusser bleibt aber gelassen.

Thomas Heusser, wie gross war für Sie die Überraschung, das Cupspiel gegen Reinach zu gewinnen?

Thomas Heusser: Sehr gross! Wir haben während der Vorbereitung oft über das Mögliche gesprochen. Es brauchte jedoch nicht viel Motivation da es sich um ein 1.-Liga-Team handelte und wir endlich einmal eine Runde weiterkommen wollten. Zudem hatten wir stets im Hinterkopf, dass bei einem Sieg Piranha Chur auf uns warten würde. Das Team hat während des ersten Drittels gemerkt, dass etwas möglich ist. Im zweiten Drittel hat dann alles funktioniert und wir konnten uns ein gutes Polster erarbeiten. Nach einem kurzen Einbruch im letzten Abschnitt haben wir den Sieg aber verdient und sicher über die Zeit gebracht. 

Was sind Ihre Gedanken zum Spiel am Sonntag gegen Piranha Chur? 

Ups, da kommt was auf uns zu. Spass bei Seite. Zur Zeit gehen mir etwa tausend Sachen durch den Kopf. Habe ich an alles gedacht, habe ich das Team gut vorbereitet, und vieles mehr. Alleine beim Gedanken an dieses Spiel fängt es sofort an, zu kribbeln. 

Wie ist die Stimmung im Team?

Gigantisch! Alle sind topmotiviert und freuen sich auf das Spiel der Spiele. Für das ganze Team ist es eine Ehre, gegen einen solchen Gegner zu spielen und wohl das Karriere-Highlight. Eine spezielle Motivation braucht niemand, auch wenn eine gesunde Portion Nervosität vorhanden ist. 

Sie waren selber früher Trainer im Piranha-Nachwuchs, auch die Spielerinnen Lea und Elin Jenzer, Noemi Walser und Corina Collenberg haben bei Piranha gespielt. Wie speziell ist es, gegen den alten Verein zu spielen?

Es ist sicherlich für uns alle ein spezielles Spiel. Wir werden auf einige bekannte Gesichter treffen. Das wir so wieder mit Piranha in Kontakt kommen, hätte wohl niemand gedacht. Während des Spiels müssen wir die Vergangenheit und Freundschaften jedoch hinter uns lassen und uns auf uns fokussieren. Im Anschluss gibt es sicher noch das eine oder andere Gespräch.

Beim letzten Frauen-Cupspiel anno 2008 gegen einen NLA-Klub verloren die UHCS-Frauen mit 0:16 gegen Dietlikon. Ist das ein Anreiz für euch, es besser zu machen? 

Unser oberstes Ziel für dieses Spiel ist ganz einfach geniessen und Freude haben. Die Möglichkeit, gegen einen solchen Gegner zu spielen, bekommst du nicht oft im Leben. Wir wollen von diesem Spiel, den Gegnerinnen, wie auch vom Coachingteam vor allem eines: lernen. Natürlich haben wir intern einige Ziele besprochen, diese bleiben aber im Team. Verraten sei soviel: Eines der Ziele hat mit der Zahl Null zu tun. (lacht)