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Monday, May 30, 2011 | Auf der Suche nach Magic Moments



Der Verantwortwortliche für Leistungssport und Kommunikation des UHC Sarganserland schaut mit einem etwas besondern Blick zurück auf die letzte Saison.

Der Konjunktiv ist ein oft gehörter Begleiter eines Vorstandsmitglieds. Oft wird man erinnert, was man alles hätte machen können oder sollen. "Hätte, wenn, und, aber - alles nur Gelaber", sagt aber schon der Volksmund. Schnell ist Kritik angebracht, oft muss "mann" als Briefkasten für Frustrationen herhalten und nicht selten entsteht der Eindruck, dass der Verein kurz vor dem Zusammenbruch steht.

Meist entpuppt sich das Ganze aber nur als Sturm im Wasserglas. Seit meinem Amtsantritt heisst mein Motto "Suche Lösungen und nicht Probleme". Denn Probleme suchen, ist verdammt einfach, Kritik anbringen genau so. Nur Lösungen suchen oder mal Danke sagen, fällt vielen schwer. Vieles wird für selbstverständlich gehalten. So, wie dass zum Beispiel Hans Peter Koller der erste und der letzte ist bei einem Heimspiel oder einer Heimrunde.

"Suche Möglichkeiten und nicht Gründe", sagte Beat De Coi bei der Eröffnung der epc-Trainingshalle Ende April. Worte, die mir aus der Seele sprachen. Einen Grund etwas nicht zu machen, nicht ins Training zu gehen, einen Verein nicht zu unterstützen oder eine Halle nicht zu öffnen, gibt es immer. Den Mut aber zu sagen, ja da mach ich mit oder da helf ich euch, fehlt vielen. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle, die mehr als nur Minimum machen.

Oft suche ich Ende Saison Gründe weiter zu machen. Vieles spräche dagegen. Doch einige "Magic Moments" halten mich jeweils davon ab. Mein Highlight war das Cup-Achtelfinale gegen die Grasshoppers Ende Oktober. Einerseits war es die Leistung der NLB-Jungs im Schlussdrittel, als mit GC eine der besten Mannschaften der Schweiz dominiert wurde und die Zuschauer die ehrliche Arbeit der UHCS-Spieler mit warmem Applaus bedachten.

Noch viel prägnanter waren aber die strahlenden Augen der Einlaufjunioren vor dem Spiel. Eine Idee, geboren kurzfristig nach dem Besuch eines YB-Spiels, sorgte für schlaflose Nächte in manchem Kinderzimmer im Sarganserland. Plötzlich waren Diskussionen an der Tagesordnung, wer denn nun mit Raphael Britt oder den Furger-Brüdern in die Halle laufen dürfe. Die Vorfreude auf den grossen Auftritt war denn auch förmlich greifbar.

Oder dann, wenn man vor einem U21-Spiel spöttisch gefragt wird, ob es denn nun wirklich einen neuen Torhüter gebraucht habe - und im zweiten Drittel dann auf der Tribüne "miar hen a Goalie" intoniert wird und es dem ausgeliehenen Keeper so gut beim UHCS gefiel, dass er am liebsten gleich geblieben wäre. Oder dann, wenn eine Horde gestandener Männer plötzlich eine Mannschaft wird und gemeinsam zum Elvis-Klassiker "Suspicious Minds" klatscht und johlt wie eine übermütige U18-Truppe. So geschehen an den Aufstiegsspielen der zweiten Mannschaft.

Nein, beim UHCS läuft vieles verdammt richtig. Dann, wenn plötzlich 300 Leute an ein Abschiedsspiel in die RSA kommen oder in einem Playoff-Halbfinal einen so höllischen Lärm veranstalten, dass der DJ nur noch den Kopf schütteln kann, da die Lautsprecher am Anschlag sind. Oder wie in Grabs, als plötzlich der Pfarrer und der Gemeindeammann beim Playoff-Halbfinal auftauchen und die kleinen GrabserInnen schon Stunden vor der Spiel ungeduldig fragen, "wo bleibt denn der Hans?" Genau diese Magic Moments machen den Reiz der Sache aus.

Reto Voneschen
Verantwortlicher Leistungssport und Kommunikation

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