Sunday, April 17, 2011 | Zu Gast bei Frau Meier
In Embrach ZH ist der UHCS II letzten Sonntag in die 2. Liga aufgestiegen. Gegen den Gastgeber gewann der UHCS II 3:2 und gegen den STV Berg 5:2. Nur das letzte, bedeutungslos gewordene Spiel gegen Wil SG ging mit 6:8 verloren. Soweit die Fakten, hier endlich der lang erwartete letzte Tagesbericht der Saison 10/11.
"Es ist mir eine Ehre dabei zu sein", frohlockte der Parfanna-Jungspund auf seiner Fanseite im Gesichtsbuch. Neben ihm gab auch der Melser Junior mit dem Schuhbändel um die Locken sein Zwöi-Debut. Der Schweinezüchter aus Grabs und die Melser 1c waren ja quasi schon alte Zweiohrhasen. Der Jungbrunnen und die alten Zwöier-Recken, kombiniert mit den übermütigen Jungzwöiern - eine Mischung wie aus äh, Dynamit, Lunte und Feuer. Kurz es knallte: Aber nur kurz, als der Schuhbändel seinen eigenen Radiowecker mitnah. Grosses Hallo in der Kabine. Die Musik spielten immer noch die Routiniers. Zumindest in der Kabine. Viva Elvis! Viva Johnny Cash! Viva James B.!Viva Kill Bill!
Kill Black Sticks hiess dann aber zum Auftakt. Die Gastgeber, überraschend nicht alle mit schwarzen Stöcken, machte den Paartanz. Heisst: Manndeckung. Stiess nicht überall auf offene Ohren. Aber wie heisst es so schön: Sie schlugen sich durchs Leben. Hiess auch durch diese 40 Minuten. Genauer gesagt 39 Minuten und 44 Sekunden. Solange spielten beide wie die Klotener Puckfresser: auf Remis. Die Embracher flogen noch ein letztes Mal tief in den Sarganser Strafraum, ehe der Parfanna-Junior den Guggisberg machte. "Uf u dervo" - u iche", wie Bäri jetzt wohl gefloskelt hatte. 3:2, Grosser Jubel, wilde Umarmungen - die erste Schlacht war geschlagen.
Der erste Höhepunkt des bunten Wochenendes nahte. Hockeyabend mit dem Zwöi. Die Zeugen Del Curtos waren sich nach dem 3:1 einig. "Alles entschieden". Die Kerosin-Sympathisanten, angeführt von den Parfanner Copains, gab sich kämpferisch. "Winn diä huarä Chloutenär nou gwinnän, dänn laufi blutt übr d Strouss." 2:3, 3:3, 4:3 - Riesengeschrei! Doch der Flitzer kneifte und machte den Tschussowitina ins Feldbett. Grosse Enttäuschung bei den Kurz-Zeit-Fliegern. So blieb nur die Hoffnung, noch was chnebliges von den Längwilern und den Sumpftierchen in bewegten Bildern zu sehen. "Jetzt kommts, die Deko hat bereis geändert", schrie der Junior aufgeregt. Eine halbe Stunde später - immer noch mit der gleichen Deko - kam dann auch während 2.17 Minuten Lochball-TV. Ab ins Bett, grosse Taten warteten. Als die Jungmannschaft endlich das Supertalent gefunden hatten, waren nur noch sanfte Gitarrenklänge zu hören. "Ich hatte selber Tränen in den Augen", seufzte der Flumser Mädchenschwarm.
Mit einer Geschichtsstunde wartete Käptn Iglo am Sonntagmorgen auf. "Laufen" stand auf der Tagesordnung - mit Laufschuhen ausgerüstet, scharrten die Junioren schon bald die Hufe. Doch im Zwöi gehts natürlich gemütlicher. Für den Sonntagsspaziergang hätten es auch die Flip-Flops getan. Mit einem perfiden Motivationstrick warete der Käptn auf: Besichtigung eines römischen äh, was wars schon wieder? Bad? Küche? WC? Jedenfalls hatte der Melser Sanitärmeister seine helle Freude. "So verlegt man Leitungen", meinte er stolz. Calderarium hin, Frigidarium her. Zeit für Morgenessen. Da wartete der nächste Höhepunkt. Ob die gute Frau Meier wirklich gelbe Unterhosen anhatte, wollte niemand wissen. Der teetrinkende Parfanna Junior hätte sich aber am liebsten an ihre Mutterbrust geschmiegt. So viel Warmherzigkeit! Soviel Enthusiasmus morgens um 9 Uhr! So wenig Brot! Drogen sind einfach keine Lösung.
Guten Mutes wurde der Weg zurück aufs Tanzparkett gesucht. STV Berg hiess der nächste Brocken. Motto: "Wir sind bald über dem Berg". Der Elch weckte die letzten Schlafenden noch mit einer launigen Ansprache, dann gings rund auffem Platz. Der Junior tanzte, der Hase rumpelte, der Siegisbert wurde zur Wand und der Rest der Bande zog nach. Berg stand am Berg und der Bergpreis ging mit 5:2 an die Zwöier. Ein Fuss war in der Liga zwöi, nun mussten die Wiler Jungs noch nachziehen. Die Zwöier markierten die Ultras, die schwarzen Stöcke aber kein Hindernis für Wiler. 4:1, damit war klar: "Liga zwei, UHCS II, wir sind dabei!" - UHC Wil: gefällt mir.
So wurde aus dem brisanten Abschlusstanz nur noch ein lockeres Plauschmätschli. Der Wiler-Goalie war schon beim Aufstiegsschämpis und liess mal locker die ersten vier Sargaser Schüsschen rein. 4:0, damit war wohl alles klar. Ähm nicht ganz. Der Goalieveteran passte sich seinem mittlerweile ausgewechselten Wiler Kollegen an und verzichtete auf jegliche Abwehr, die Vorderleute taten es ihm gleich und plötzlich kam wieder Spannung auf. 6:6 und Strafe gegen einen Zwöier (wer war's eigentlich?). Meikel machte den Vereina und überraschte den Veteran, aber nicht den Wiler-Stürmer. 6:7, gibts ja nicht. Timeout, Elch-Ansprache, Mehlsack raus, Exil-Fanaser rein - doch zu mehr als einer Hornusser-Einlage vom kleinen Grabscher reichte es nicht mehr. Den fälligen Penalty konnte auch die 1c nicht halten. 6:8 und gefühlte fünf Minuten Ärger, ehe es zur grossen Fiesta ging. "Notte magiche", gröhlte es bald dreitönig in der Kabine: Laut, hoch und falsch. Egal, das Zwöi war wieder dort, wo es auch hingehört: in der 2. Liga.
Herzlichen Dank vor allem an den unermüdlichen Kautsch, allen Stammkräften, welche ihren Teil zum Aufstieg aus der Rumpelliga beitrugen, dem Teilzeit-Phrasen-Kautsch, den Gästen an den Aufstiegsspielen und allen, welche von nah und fern die Daumen gedrückt haben. Denn eines ist einfach klar: Das Zwei hat Sty(le). Viva Elvis.
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