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Friday, January 21, 2011 | Alles ist möglich



Beim UHC Sarganserland geht die Saison richtig los: Mit dem morgigen Heimspiel in der RSA (18 Uhr) wird die Viertelfinal-Playoffserie (Best-of-7) gegen Bern eröffnet. NLB-Qualisieger UHCS geht dabei als Favorit ins Rennen.

(rvo) Die Playoffs seien die "schönste Jahreszeit" wird in der Sportwelt gerne kolportiert. Beim UHC Sarganserland beginnt bereits morgen Samstag die fünfte (oder sechste?) Jahreszeit. So früh wie noch nie - einzig in der amerischen Football-Liga NFL werden bereits im Januar die Playoffs ausgetragen. Der diesjährige NLB-Übergangs-Modus machts möglich. Im Gegensatz zur Qualifikationsphase - nur 14 Spiele - werden die Playoffs in beinahe exzessiver Länge zelebriert. Zuerst spielen alle acht Teams im Kreuzvergleich die Viertelfinals in einer Best-of-7-Serie. Danach spielen die Gewinner dieser Serien die Halbfinals, die Gewinner daraus treten gegen die beiden "schlechtesten" NLA-Teams zu den Auf-/Abstiegsspielen an.

Für die Verlierer der Viertelfinals ist die Saison aber nicht zu Ende. Im Gegenteil - in einer Best-Of-5-Serie treten sie gegen einander an, die Verlierer dieser Serie nochmals, ehe der Unterlegene noch gegen den besten zweitplatzierten der 1. Liga um den letzten NLB-Platz der nächsten Saison stechen muss. Theoretisch könnte der Qualisieger also noch absteigen. Die beiden besten Erstligisten steigen direkt auf. Die jeweiligen Tabellenzweiten (Gruppe Ost derzeit Widnau) spielen unter sich eine Playoff-Serie.

Trügerische Favoritenrolle
An jene Spiele mögen die Akteure des UHC Sarganserland aber nicht denken. Zuerst wird das Augenmerk auf die Viertelfinal-Serie gegen Bern gerichtet. "Wir wollen in die Halbfinals", sagt Verteidiger Hans Sturzenegger deutlich. Die Ausgangslage ist klar: Der UHC Sarganserland ist als Qualisieger klarer Favorit gegen die gebeutelten Berner, welcher mit nur sieben Punkten abgeschlagen am Tabellenende stehen. Aber auch wenn es abgedroschen tönt - unterschätzen dürfen die Sargansländer ihren Kontrahenten nicht. "Wir müssen 60 Minuten konzentriert sein", sagt Sturzenegger richtig.

Letzten Samstag konnten die UHCS-Akteure schon ein wenig Playoff-Duft gegen Bern einatmen. Mit ein paar kernigen Körperchargen gegen Ende der Partie gaben die Berner ein paar "nette" Duftmarken ab. "In den Playoffs darfs ruhig ein bisschen krachen, wir sind auf alles gefasst", sagt Verteidiger Sturzenegger kämpferisch. Zweimal traten die Sarganserländer in dieser Saison gegen Bern an. Beide Partien gewann der UHCS deutlich (8:3 und 7:3), doch zeigten die Berner auch phasenweise an, dass sie auf Augenhöhe mit den Sarganserländern spielen können.

Junger Routinier
Hans Sturzenegger ist zwar erst 20 Jahre alt, doch ist er schon einer der Routiniers in der Sarganserländer Verteidigung. Seit dem NLB-Aufstieg vor drei Jahren steht der Grabser seinen Mann in der Abwehr, wie im Angriff, wie seine letztjährigen 14 Saisontore zeigten. In dieser Saison sind es bis jetzt "nur" drei Treffer, dafür übertragen ihm die beiden Trainer mehr Verantwortung. "Früher konnte ich mich stärker auf mich konzentriere, da andere auf dem Feld kommunizierten, dies ist nun mehr mein Job geworden", sagt Sturzenegger über seine neue Rolle.

Mit seiner unbekümmerten Art ist "Hase", wie Sturzenegger teamintern gerufen wird, oft ein belebendes Element im UHCS-Team. Seine grössten Fans sind seine Eltern Hans und Regula, welche oft an den Heimspielen in der RSA anzutreffen sind. Seit Herbst ist Kraftpaket Sturzenegger aber weniger im elterlichen Hof in Grabs anzutreffen. An der Uni Zürich studiert er Veterinärwesen. Bevor Dr. Sturzenegger aber Tierarzt wird, will er erst mit dem UHCS die Operation "Playoffs" erfolgreich angehen.

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