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Tuesday, January 18, 2011 | Nach einer weiteren Aufholjagd vorübergehend über dem Strich



Um es vorwegzunehmen, es war wieder einmal ein beinahe traditionell torreiches Duell, das sich der UHCS mit den Zuger Highlands bot. Dieses Mal konnten sich dabei jedoch, erstmals seit dem Aufstieg, die Sarganser durchsetzen. Mit 9 zu 6 behielten sie in Oberägeri die Oberhand.

Nach gut 12 gespielten Minuten hallte eine geballte Ladung schwedischer Ausdrücke durch die Sporthalle Hofmatt. Die Bedeutung dieser kannte wegen fehlender Sprachkenntnisse keiner der Sarganser Akteure, die Art wie sie ausgesprochen wurden, liessen jedoch keine Zweifel über ihren Inhalt aufkommen, ist es doch meist kein gutes Zeichen, wenn sich Coach Davidsson seiner Landessprache bedient. Er hatte auch allen Grund dazu, denn soeben kassierten seine Schützlinge bereits das vierte Gegentor, wovon zwei in numerischer Überzahl des UHCS fielen.

„So wie wir im ersten Drittel gespielt hatten, ist es unmöglich ein Spiel zu gewinnen. Wir begingen ganz einfach viel zu viele und zu folgeschweren Fehler, die der Gegner nur noch auszunutzen hatte,“ stellte er nach Spielschluss fest. In der Tat machte es der UHCS seinem Gegenüber ziemlich leicht. Nach einem Blitzstart und der frühen Führung nach gerade Mal 22 Sekunden, Mario Koller gelang der erste Saisontreffer, der von den souveränen Schiedsrichtern jedoch als Eigentor gewertet wurde, schienen die Sarganser in ihre Einzelteile zu verfallen. Zuerst schlug beinahe schon obligat ein gegnerischer Freistoss im Tor von Josef Mattle ein. Dann passierte das erste Gegentor in Überzahl, als einer der zahlreichen schnellen Stürmer der Highlands die Sarganser Powerplayreihe überlief und zum 2:1 einschoss. Doppelt bitter dabei war die Tatsache, dass das Powerplay wie auch das Darauffolgende alles andere als ungefährlich war, nur sündigten die Gäste bös im Abschluss und vergaben mehrere hundertprozentige Torchancen. Das dritte Tor dann war wie eine Kopie des zweiten; gefälliges Sarganser Powerplay, ein Zuger Entlastungsangriff und ein Tor fürs Heimteam. Danach kam dann bald schon das eingangs erwähnte vierte Gegentor, nachdem ein spürbarer Ruck durch das Gästeteam ging und jeder zu verstehen schien, dass es so nicht weitergehen konnte. 

Starkes Mitteldrittel
Denn in den verbleibenden gut zehn Minuten wechselte das Spieldiktat komplett die Seiten. Es war nun der UHCS, der die Hausherren in deren Hälfte einschnürte und Chancen im Minutentakt kreierte, diese jedoch sträflich ungenutzt lassen blieb. Die Highlands ihrerseits konnten sich von nun an noch mehr auf ihre grosse Stärke, das Kontern, beschränken, was ihnen jedoch den Rest des ganzen Spiels nicht mehr so gut gelang wie in den Startminuten. Eine Minute vor Ende des ersten Abschnitts wurden sie gar mit eigenen Waffen bezwungen, als der UHCS in bester Highlands-Manier zum 2:4 kam.
 
Zum Start ins zweite Drittel wurden die Gäste jedoch völlig entgegen dem Spielverlauf vor der Pause kalt geduscht. Vorausgegangen war dem Tor ein Freistoss, den Mattle zunächst abzuwehren vermochte, gegen den Nachschuss er dann jedoch chancenlos blieb. Doch dieser Gegentreffer schien die Sarganser nicht aus der Ruhe zu bringen und sie powerten weiter, gegen einen Gegner, der sich nun ziemlich weit in seine eigene Hälfte zurückfallen liess. In Minute 25 fiel der längst fällige dritte Treffer für den UHCS. Andrin Grünenfelder schlich sich unbemerkt in den Slot, wurde von Romano Hitz mustergültig angespielt und vollendete gekonnt. Hitz zeigte sich dann auch für den Anschlusstreffer verantwortlich, als er einen Freistoss nahe dem Zuger Tor sicher verwandelte. Nur drei weitere Zeigerumdrehungen später, lagen die Gäste bereits mit 6:5 in Front. Patrick Meier machte wie schon gegen March den „doppelten Meier“ und traf innerhalb von gerade Mal zehn Sekunden zwei Mal aus beinahe identischer Position mit wuchtigen Weitschüssen. Eine Minute vor Drittelsende zeigte Samuel Pfiffner eindrücklich auf, dass sich auch im Sarganser Kader durchaus schnelle Spieler befinden, als er gleich zwei Gegenspieler an der Bande entlang überlief und zum völlig freistehenden Hitz zur Mitte passte, welcher keine grosse Mühe mehr bekundete den Ball im Tor unterzubringen. Gut 30 Sekunden später war es Stefan Kühne beinahe noch vergönnt das Sahnehäubchen auf ein gelungenes Drittel zu setzen. Zwei Meter hinter der Mittellinie stehend feuerte er ein riesen Geschoss in Richtung Zuger Tor ab. Ein Raunen ging durch die Halle, da der Schuss doch tatsächlich von der Lattenunterkante ins Spiel zurück prallte.

Abgeklärt im Schlussdrittel
Im Schlussabschnitt traten die Sarganser meist sehr abgeklärt auf und liessen den Ball sicher in ihren Reihen laufen. Die Highlands kamen kaum noch zu Abschlüssen und falls sie doch abschlossen, fanden sie im sicheren Mattle ihren Meister. In der 47. Minute hielt der Schlendrian Einzug bei den Gästen, als sie sich für einen Wechsel viel zu viel Zeit liessen und darauf nicht bereit waren einen gefährlichen Angriff der Hausherren zu unterbinden – nur noch 6:7. Wenige Minuten später stellte die erste Linie jedoch den alten Zwei-Tore-Vorsprung wieder her. Die Highlands versuchten drei Minuten vor Schluss nun alles noch auf eine Karte zu setzen und nahmen ihren Torhüter während einer Überzahlsituation vom Feld. Pfiffner gelang mit einem Loop von der Mittellinie ins leere Tor der neunte UHCS-Treffer, der dieses Spiel endgültig entschied.



UHC Zuger Highlands - UHC Sarganserland 6:9 (4:2, 1:5, 1:2)
Sporthalle Hofmatt, Oberägeri.- 15 Zuschauer.- SR Müller/Zgraggen.
Tore: 1.(0.22) Eigentor 0:1 2. 1:1. 4. 2:1 (Ausschluss Highlands!). 9. 3:1 (Ausschluss Highlands!). 12. 4:1. 19. Good (Stucki) 4:2. 21. 5:2. 25. Grünenfelder (Hitz) 5:3. 34. Hitz (Pfiffner) 5:4. 37. (36.49) Meier (Good) 5:5. 37. (36.59) Meier 5:6. 39. Hitz (Pfiffner) 5:7. 47. 6:7. 51. Good (Stucki) 6:8. 57. Pfiffner (ins leere Tor) 6:9.
Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen UHC Zuger Highlands, 5-mal 2 Minuten gegen UHC Sarganserland
UHCS: Josef Mattle; Meier, Koller; Grünenfelder, Kühne; Martin Mattle; Beeler, Good, Stucki; Hitz, Messer, Pfiffner; Mathis, Loop, Kocherhans; Borghi, Jud, Stähli
Bemerkungen: UHCS ohne Rupp (nicht eingesetzt), Bislin, Holenstein (beide Militär), Salzgeber (verletzt), Kohler (abwesend), Mullis (krank), Pfosten- und Lattenschuss UHCS

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