Thursday, December 23, 2010 | Wenn der Strichkampf auf die Leistung abfärbt
Die beiden letzten Spiele vor der Weihnachtspause brachten nicht die erhofften und dringend nötigen Erfolgserlebnisse ein. Gegen Schlusslicht Nesslau erkrampfte sich die U21 einen Erfolg nach Verlängerung, der in dieser Form nicht als solcher anzusehen ist und gegen die Flames aus Jona gab es eine viel zu hohe Niederlage.
(fg) 38 Minuten waren letzten Samstag in der geräumigen Grünfeld zu Jona gespielt, als Dario Mullis sein obligates Saisontor im Auswärtsspiel gegen die Flames gelang. Letzte Saison reüssierte er bereits im ersten Saisonspiel auswärts in Jona, dieses Jahr musste er sich bis zur 12. Runde gedulden. Mit einem klassischen „Buebetrickli“ vernaschte er den generischen Torhüter und brachte den UHCS scheinbar ins Spiel zurück. Doch weit gefehlt; nur eine Minute später gelang dem Gastgeber wieder einmal nach einem Freistoss, bei dem die Zuordnung in der Gästedefensive nicht stimmte, das 4:2. Kurz darauf keimte aber wieder Hoffnung im Sarganser Lager auf, als sich ein Joner Akteur eine strittige Strafe einhandelte. Rund 30 Sekunden Powerplay blieben so dem UHCS um noch zum Anschlusstreffer zu gelangen oder sicher den eingehandelten Rückstand über die Zeit zu bringen. Statt jedoch ein gefälliges Überzahlspiel anzustimmen, verhedderte sich das Powerplay bereits auf der Höhe der Mittellinie und ermöglichte so dem Heimteam gar das 5:2. Dieses Gegentor, welches als unglücklich abzutun eine Untertreibung wäre, war es doch schlicht dumm, brach den Sargansern endgültig das Genick.
Selbstverschuldete Misere
Es war wie viele Male in dieser Saison; der UHCS beraubte sich seiner Arbeit gleich selbst. Denn bis Spielhälfte agierten die Sarganser defensiv gut organisiert, blockten die nötigen Schüsse ab und wiesen mit Sepp Mattle wieder einmal einen sehr starken Rückhalt in ihren Reihen auf. So hielt die „Null“ bis zur 29. Minute und wie es möglich ist danach noch neun Gegentreffer zu erhalten, hätten sich die Sarganser wahrscheinlich auch zu Saisonbeginn gefragt. Damals, am 2. Oktober, bestritten sie nämlich das Heimspiel gegen die Flames und gerieten bereits nach wenigen Minuten in Rückstand, liessen sich davon aber nicht beirren, spielten ihr Spiel weiter und konnten am Ende das Spiel noch kehren. Zweieinhalb Monate später brachte bereits der Ausgleichstreffer den UHCS aus dem Konzept und führte zu zwei weiteren Gegentoren. Der Strichkampf und das damit geschrumpfte Selbstvertrauen lassen grüssen. <br> <br>Ganz bitter war dann auch der Schluss der Partie: ab der 59. Minute fanden sämtliche drei Schüsse der Flames noch den Weg in das Sarganser Gehäuse. Der Sieg der Jona-Uznach Flames ging völlig in Ordnung fiel aber durch die Tore am Schluss um mindestens drei Tore zu hoch aus. Genau solche nicht mehr spielentscheidenden, aber vielleicht in der Endabrechnung entscheidende Gegentore führten im bisherigen Saisonverlauf zum miserablen Torverhältnis.
Haie erst in der Overtime versenkt
Im Heimspiel gegen die Nesslau Sharks, die im Hinspiel noch mit 4:10 dem UHCS unterlagen, mussten die Sarganser den Umweg über die Verlängerung nehmen um einen erknorzten 7:6 Sieg zu feiern. Den Ausgleich bewerkstelligte der UHCS dabei erst zwanzig Sekunden vor Schluss aus dem Gewühl heraus. Begonnen hatte die Partie eigentlich wie erwartet mit grossen Chancen für den UHCS, nota bene in den ersten drei Minuten. Danach erzielten die Gäste den ersten Treffer der Partie und bis zur 13. Minute gelang es ihnen den Vorsprung auf vier Tore auszubauen. Jeder ihrer Schüsse in dieser Zeit, so kurios es tönen mag, war ein Treffer. Ganz anders agierten die Hausherren und sündigten Mal für Mal im Abschluss. Erst Romano Hitz, der seiner Verletzung trotzte und auflief, brachte mit dem 1:4 die Hoffnung zurück ins Sarganser Lager.
Das zweite Drittel war keine Minute alt, als Nesslau eine Überzahlsituation, die noch im ersten Drittel eingefangen wurde, zum 5:1 ausnützte. Doch nun wachten die Einheimischen endgültig auf, schnürten die Toggenburger richtiggehend in ihrer Zone ein und holten Tor für Tor auf. Am Ende des Drittels und einem Dreierpack Beelers, sowie einem Tor Pfiffners, stand es 5:5 Unentschieden. Dieses Drittel verlief nun doch schon viel mehr nach dem Gusto der 60 Zuschauer, die aber enttäuscht feststellen mussten, dass es dem UHCS nicht gelang an dieses Drittel anzuknüpfen. In der 44. Minute gelang den Gästen der erneut glückhafte Führungstreffer, dem die Sarganser 15 Minuten erfolglos nachrannten und Chance um Chance vergaben. Als das Spiel gelaufen schien, Sepp Mattle sich bereits durch einen sechsten Feldspieler ersetzen liess, gelang dem UHCS endlich der Ausgleich. Auch der Siegestreffer fiel erst 40 Sekunden vor dem Ende der Verlängerung und einem möglichen Penaltyschiessen und liess die Sarganser endlich wieder einmal einen Sieg bejubeln.
Jona-Uznach Flames - UHC Sarganserland 9:3 (0:1, 5:1, 4:1)
Sporthalle Grünfeld, Jona.- 50 Zuschauer.- SR Hänggi/Pirot.
Tore: 20. (19.59) Good 0:1. 29. 1:1. 34. 2:1. 37. 3:1. 38. Mullis 3:2. 39. 4:2. 40. 5:2 (Ausschluss Flames!!). 54. 6:2. 58. Good (Stucki) 6:3. 59. 7:3. 59. 8:3. 60. 9:3.
Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Jona-Uznach Flames, 3-mal 2 Minuten gegen UHC Sarganserland.
UHCS: Josef Mattle; Martin Mattle, Meier; Koller, Grünenfelder; Good; Messer; Beeler, Stucki; Mathis, Mullis; Jud, Kocherhans; Borghi.
Bemerkungen: UHCS ohne Kühne, Rupp, Kohler, Loop (alle abwesend), Bislin (Militär), Hitz, Salzgeber (beide verletzt)
UHC Sarganserland - UHC Nesslau Sharks 7:6 n.V. (1:4, 4:1, 1:1, 1:0)
RSA, Sargans.- 60 Zuschauer.- SR Baumgartner/Hofmann.
Tore: 3. 0:1. 8. 0:2. 12. 0:3. 13. 0:4. 15. Hitz (Good) 1:4. 21. (Ausschluss Beeler) 1:5. 22. Beeler (Good) 2:5. 35. Beeler (Good/Ausschluss Nesslau) 3:5. 36. Pfiffner (Hitz) 4:5. 38. Beeler (Good) 5:5. 44. 5:6. 60. Good 6:6. 65. Good (Beeler) 7:6.
Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen UHC Sarganserland, 2-mal 2 Minuten gegen UHC Nesslau Sharks
UHCS: Josef Mattle; Koller, Meier; Grünenfelder; Kühne; Martin Mattle; Borghi, Good, Stucki; Kocherhans, Beeler, Pfiffner; Mullis, Loop, Mathis; Hitz, Messer, Jud.
Bemerkungen: UHCS ohne Rupp (abwesend), Salzgeber (verletzt), Bislin (Militär), Kohler (Fotograf)
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