Monday, November 22, 2010 | Zu Gast bei Freunden
In der dritten 3. Liga-Runde gewann der UHCS II das Derby gegen Grabs mit 4:2, verlor aber gegen Gastgeber Schiers mit 1:2 und ist damit Tabellendritter mit zwei Punkten Rückstand auf Schiers. Alles weitere, wie immer im nicht ganz ernst gemeinten Tagesbericht.
Grosse Aufregung in der Kabine. Der Prättigauner hatte das Grammophon vergessen. Kein Elvis, keine Beach Boys, wie sollte denn der Tag überlebt werden? Das Gezeter wurde nur durch den Flumser unterbrochen. Umständlich patschte er sein Nasenpflaster auf den Zinggen. „Olaf Marschall lebt“, hielt sich der Pfostenzurückkehrer den währschaften Bauch vor Lachen. Pflaster weg, trotz Schnupfen biss der Junior auf die Zähne. Oder wo auch immer. Denn gegen Grabs wollte jeder dabei sein. It’s derbytime – schon Tage zuvor gings virtuell zur Sache. Die letzten Einschüchterungsversuche wurden nur wenige Stunden vor Anpfiff auf die Pinnwände gepappt.
Schon nach dem Schlusspfiff nur noch Grabser Beine. Ein Forechecking, das sich gewaschen hatte. Doch Rot-Schwarz stand nur kurz im Regen. Praktisch mit dem ersten Lebenszeichen traf der Melser Altinternationale mit einem Geschoss der Marke „Knallbonbon“ zur Führung. Grosses Aufatmen bei den Zwölf Sargansern. Kaum den Tee geschluckt, traf der Liechtensteiner Rekordinternationale aber zum Ausgleich. Doch die Zwöier waren heiss wie Frittenfett. Die Legende an der Bande hatte ganze Arbeit geleistet. Der Silberstock pflanzte die Pille in den Winkel, kurz danach schoss der fliegende Kanadier den Altstar an. Als Höhepunkt billardete der Käptn die weisse Kugel über gefühlte 300 Meter mit der Präzision eines Herzchirurgen in den Grabser Kasten. 4:1, Jubel, Sektkorken, wilde Umarmungen. Einzig der Grabser 2er wollte bei der Party nicht mitmachen und verfeiglingte den Strafstoss kurz vor Schluss. Aus Protest liess der verärgerte Zurückkehrer den Schuss unter dem Arm passieren. Gab natürlich ordentlich Häme für den ehemaligen Zwöier und eine husche Dusche.
Der Preis für den Derbysieg war hoch. Kaum ein Held, welcher die unendlich lange Treppe zum VIP-Bereich ohne Unterstützung meistern konnte. Vor dem Katzenspiel wurden denn auch rasch die Vitamintabletten rumgereicht. Das Partnerteam machte den Zweiern wieder Beine, doch diesmal waren die Haudegen bereit. Bis vors Tor machten sie alles richtig. Danach war Endstation. Der Rot-Schwarze im blauweissen Kasten hatte plötzlich mehr Hände als Vischnu. Auf der Gegenseite schoss der Schierser Traktorfahrer einen Freistoss glatt durchs Netz zum 1:0. Doch die mittlerweile 11 Sarganser Freunde kämpften. Die Ikone machte den Zurückkehrer arbeitslos, der frischverheiratete Käptn war eigentlich überall anzutreffen und der Fastösterreicher zeigte seinen ex-Kumpels, dass der Ball auch ennet der Klus rollt. Tore blieben aber Fehlanzeige. Dafür schnurrte eine Katze nach einem Missverständnis zwischen dem Holzmichel und dem Korsaren schnulzig „2:0“. Erst kurz vor Schluss traf der Sprinter zum 2:1 – kurz danach liess ihn der Traktor mit einem Brienzer in die Bande fliegen. „Blut auf dem Spielfeld“, schrien die Partner auch noch, nachdem die ansonsten fehlerlosen Pfeifenmännern partout nur einen Freischlag geben wollten. Verkehrte Welt. Der Kanadier war raus, der Zurückkehrer kurz danach auch, doch ein weiteres Tor war Fehlanzeige. Dafür dann noch ordentlich Rudelbildung und erhöhter Blutdruck hüben wie drüben, nachdem der Korsar etwas überhastet einer Katze die Tatze schütteln wollte. Unter Freunden war die Sache aber rasch geregelt.
Die 12Freunde: Voneschen; Stucky, Tschirky; Marco Pfiffner, Bless; Kocherhans (1), Thomas Pfiffner (2), Gerber (1); Fust, Sieber, Gantenbein (1); Ackermann.
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