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Freitag, 12. Februar 2010 | „Eine einmalige Chance“



Der UHC Sarganserland wird ab morgen gegen NLB-Qualisieger Uster in einer Best-Of-Seven Playoff-Serie um den Aufstieg in die höchste Spielklasse kämpfen. „Wir wollen in die SML“, sagt der neue Präsident Stefan Grünenfelder unmissverständlich.

(rvo) Die Playoffs der besten sechs Teams zu erreichen, so lautete das Saisonziel des UHCSarganserland vor Beginn seiner zweiten NLB-Saison. Eine Etablierung in der zweithöchsten Liga war das mittelfristige Ziel, an einen Aufstieg in die Swiss Mobiliar League (SML), der Königsklasse des Schweizer Unihockeys, verschwendeten die Verantwortlichen keine grossen Gedanken.. „Langfristig müsste der Aufstieg ins Auge gefasst werden, aber zum jetzigen Zeitpunkt ist das kein Thema“, sagte der neue Präsident Stefan Grünenfelder auch kurz nach seiner Wahl im Dezember vergangenen Jahres gegenüber dem Sarganserländer.

Umstrittene Ligaerhöhung
Gut zwei Monate später spricht Präsident Grünenfelder andere Worte. „Ja, wir wollen aufsteigen“, sagt er deutlich vor den morgen beginnenden Viertelfinalplayoffs gegen den NLB-Qualifikationssieger Uster. Was ist geschehen? Die Mehrzahl der Nationalliga-Vereine hatte sich im Herbst für eine Vergrösserung der SML auf zwölf statt zehn Teams ausgesprochen. Grund: Die auf diese Saison eingeführten Achtelfinalplayoffs würden in einer Liga mit zehn Teams keinen Sinn machen.
Nach langem Hickhack gab der Zentralvorstand, quasi der Bundesrat des Schweizer Unihockeyverbands, Ende Dezember grünes Licht, nachdem er sich noch einen Monat vorher klar dagegen ausgesprochen hatte. Somit war klar, dass die Sieger der Viertelfinalspiele direkt in die höchste Liga aufsteigen. Ebenso war klar, dass die NLB in der nächsten Saison nur aus acht Teams besteht, da die 1. Liga nicht während der Saison den Aufstiegsmodus ändern konnte.

„Halbe Kraft geht nicht“
„Für uns hat sich die Situation nach dem ZV-Entscheid grundlegend geändert“, sagt Stefan Grünenfelder. Vor dem Playoffstart musste die Sinnfrage gestellt werden, ob der UHCS überhaupt an den Spielen teilnehmen will und kann. „Hätten wir im Vorfeld auf den Aufstieg verzichtet, hätten wir gar nicht antreten dürfen“, erklärt Grünenfelder eine Verbandsvorgabe. So gab es zwei Möglichkeiten für die Sarganserländer. Entweder die Playoffs als Erfahrung für die Zukunft zu betrachten oder um den Aufstieg mitzuspielen. „Aus sportlicher Sicht war der Fall klar – nur mit halber Kraft spielen geht nicht“, erläutert Grünenfelder die Sicht seiner Spieler.

Unattraktiver NLB-Modus

So wurde der Ball den Verantwortlichen zugespielt. „Es war eine lange und intensive Sitzung, aber danach war klar – wir können auch ohne erheblichen finanziellen Mehraufwand einen Aufstieg ins Auge fassen.“ Die Möglichkeit ist wohl einmalig – in den nächsten Jahren stehen zwei Playoffserien mehr an, zudem ist der NLB-Modus in der nächsten Saison mit acht bereits zu Saisonbeginn für die Playoffs qualifizerten Teams sehr unattraktiv. „Unsere Strategie würde auch bei einem Aufstieg dieselbe bleiben – im Nachwuchs mehr Breite und in der Spitze mit regionalen Kräften mehr Qualität schaffen“, sagt Präsident Grünenfelder deutlich. „Auch mit dieser Mannschaft würden wir eine in der SML abgeben“, ist der Wangser überzeugt.

Saison in der RSA gesichert

Finanzielle Drahtseilakte wird es unter seiner Ägide nicht geben, dafür will er alle Energie einsetzen, „um die Vorwärtsbewegung optimal zu nutzen.“ Dabei will er auch die bereits geplanten Vorhaben nicht vergessen. Im Mittelpunkt steht momentan die Verpflichtung eines Profitrainers. Geklärt ist auch die Hallensituation. Die nächste Saison kann komplett in der Sarganser RSA gespielt werden. Erst in der übernächsten Saison muss nach Alternativen gesucht werden. „Auch dort zeichnet sich eine gute Lösung ab“, ist Grünenfelder erfreut. Die Aussichten sehen verführerisch aus und der Konjunktiv im Text zeigts auf – auch ohne Aufstieg würde im Sarganserland keine Welt untergehen.

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