Thursday, February 26, 2009 | “Es kribbelt vor jeder Partie“
Der UHC Sarganserland steckt mitten im NLB-Abstiegskampf. UHCS Captain Adrian Altherr klärt auf, wie nervenaufreibend die Sache wirklich ist und warum es sich mittlerweile komisch anfühlt, nach Davos zu fahren.
(rvo) Das erste Jahr in der zweithöchsten Unihockeyliga der Schweiz glich für den UHC Sarganserland einer Achterbahnfahrt. Nach zwei Niederlagen am vergangenen Wochenende hoffen die Sarganserländer Unihockeyaner im nächsten Heimspiel (Samstag, 18 Uhr, RSA Sargans) gegen die Bern Capitals wieder in die Höhe zu schnellen. Zwar liegt der UHCS noch über dem Trennstrich, doch der Vorsprung schmolz auf nur mehr zwei Punkte auf die beiden playoutberechtigten Ränge. Vor der Partie gegen den Tabellenletzten Bern – vier Punkte Rückstand auf den UHC Sarganserland – analysierte der UHCS-Captain Adrian Altherr die aktuelle Situation und blickt nach vorne wie auch zurück.
Adrian Altherr, vor einem Jahr begann langsam die Playoffvorbereitung, jetzt steckt ihr mitten im NLB-Abstiegskampf. Wie fühlt sich das an?Altherr: Vor den Aufstiegsspielen war die Vorfreude riesengross, es war ja schon lange vorher klar, dass wir daran teilnehmen konnten. Jetzt ist es halt komplett anders, alle wollen nur noch, dass die Saison so schnell als möglich zu Ende ist. Der Respekt vor den Playoutspielen gegen die 1. Ligisten ist sehr gross, darauf können wir sehr gut verzichten.
Wie gross ist die Nervenanspannung bei den Spielen im Vergleich zum Vorjahr?Altherr: Gar nicht mal so sehr anders, mit der damaligen Mannschaft konnten wir ja auch fast nur verlieren, so gut war diese besetzt. Aber ja, die Freude war vor den Aufstiegsspielen viel grösser, es war eine komplett andere Situation. Nervös sind wir jetzt aber nicht, jeder ist überzeugt, dass wir den Ligaerhalt nach der Abstiegsrunde geschafft haben.
Hat sich der Aufwand in der NLB eigentlich sehr verändert?Altherr: Die angespannte Hallensituation ist bekannt, viel mehr haben wir gar nicht trainiert. Aber die vielen Doppelrunden waren schon gewöhnungsbedürftig. Jetzt kann es sich schon ein ganzes Wochenende nur um Unihockey drehen. Auch die Belastung in den Spielen ist grösser. Vor einigen 1. Ligaspielen war ich gar nicht mehr gross angespannt. In der NLB kribbelts aber vor jeder Partie. Wir sind ja meist Aussenseiter, so ist es in jedem Spiel eine Riesenherausforderung wie wir dem Gegner Punkte abknöpfen können. Das ist mental sehr anspruchsvoll, darum haben wir wohl auch solche Wellen in unserer Leistung.
In der NLB sind lange Reisen ins Bernbiet nichts Aussergewöhnliches. Wie gingt ihr damit um? Altherr: Mittlerweile ist es für uns komisch, nur noch eine Stunde nach Davos zu reisen… (lacht). Man gewöhnt sich sehr rasch an die längeren Fahrten und plötzlich ist es nichts mehr Spezielles unterwegs zu Mittag zu essen. Anfangs hatten wir aber wohl noch ein wenig Mühe nach der langen Fahrt ins Spiel zu kommen, wenn man die Auswärtsresultate anschaut. Wir waren wohl nicht immer ganz bereit. Lange konnten wir nur Punkte holen wenn der Gegner nicht voll bei der Sache war. Und das war bei deren Heimspielen nicht der Fall.
Praktisch alle Gegner waren neu für euch, wie habt ihr euch jeweils vorbereitet? Gab es da auch Änderungen zur vergangenen Saison?Altherr: Vor den Aufstiegsspielen hat uns Trainer Simon Gugelmann ausführlich über die Gegner informiert. Jetzt ist es so, dass er seit der Rückrunde die wichtigsten Szenen auf Video zusammenschneidet. Vorher hat er sich jeweils auf diversen Kanälen über die Gegnerschaft informiert.
Eben ging die Fasnacht zu Ende. War das mannschaftsintern überhaupt ein Thema?Altherr: Nein, wir haben das gar nicht angesprochen. Für mich war aber klar, dass Unihockey Vorrang hat und man vor einem Spiel auf die Fasnacht verzichtet. Einige wenige wollten trotzdem gehen, diesen habe ich auch gesagt, was ich davon halte.
Wie gross sind die Entbehrungen geworden? Deutlich grösser?Altherr: Es dreht sich schon mehr um den Sport. Gerade für mich, welcher noch nie auf Nationalliga-Niveau gespielt hat, eine neue Erfahrung. Oft denke ich fast die ganze Woche im Voraus an die Partie des Wochenendes. Aber schön ist, dass ich auch mehr Reaktionen aus der Öffentlichkeit erhalte. Ich werde viel mehr angesprochen auf die Spiele, die aktuelle Lage und die Resultate. Das Interesse ist merklich gestiegen.
Die berühmte Fee steht vor der Tür und hätte drei Wünsche frei, welche wären dies?Gesundheit, Verletzungsfrei durch die Saison kommen und dass am 21. März die NLB-Saison für uns zu Ende ist.
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