Monday, February 23, 2009 | Mittendrin statt nicht mehr dabei
Nach zwei vermeidbaren Niederlagen steckt der Unihockeyclub Sarganserland wieder tief im NLB-Abstiegskampf. Am Samstag verlor der UHCS gegen Davos-Klosters 4:5, am Sonntag folgte ein 3:5 gegen Schlusslicht Eggiwil.
(rvo) „Wir brauchen wohl einfach das Messer am Hals“, versuchte der Sarganserländer Cheftrainer Simon Gugelmann kopfschüttelnd die aktuelle Situation seiner Equipe zu analysieren. Prächtig sah die Ausgangslage nach dem freitäglichen 3:3 Unentschieden zwischen den beiden Berner Vertretern aus. Mit zwei Siegen hätten die Sarganserländer bereits den vorzeitigen Ligaerhalt feiern können. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Auf zwei Punkte ist der Vorsprung nach den beiden Niederlagen auf den Trennstrich geschmolzen, Eggiwil (21 Punkte) und die Bern Capitals (19) liegen zur Zeit auf den Playout-Rängen. Neu führt Davos-Klosters die Abstiegsrunden-Tabelle mit 28 Punkten vor dem UHCS (23) an.
Intensives DerbyDas Unheil begann bereits am Samstagabend. Die 150 Zuschauer in der RSA bekamen beim Klassiker gegen Davos-Klosters Abstiegskampf pur zu sehen. Spätestens ab dem zweiten Drittel, als auch die Sarganserländer nur noch ihre zehn besten Kräfte aufs Feld schickten, schwebte wieder so etwas wie „Playoff-Atmosphäre“ in der Luft. Die Zweikämpfe noch eine Spur härter, die spielerische Qualität noch etwas mehr auf Sicherheit und Lucky Punch ausgelegt. Zeitweilig flogen beinahe im Minutentakt die Bälle hoch vor die Tore, in der Hoffnung, ein Stürmer könne die Bananenflanke noch entscheidend ablenken.
Sturzeneggers Hattrick2:4 lagen die Sarganserländer nach Spielhälfte im Rückstand, ehe der junge UHCS-Verteidiger Hans Sturzenegger nach dem 1:0 (8.) mit zwei weiteren Toren (33./52.) erstaunliche Skorerqualitäten bewies und wieder ausglich. Doch der Grabser avancierte leider auch zum tragischen Helden – das entscheidende 4:5 von Thomas Ilmer (56.) leitete er mit einem unglücklichen Ballverlust ein. Dem erneuten Ausgleich standen aber zu viele –mitunter recht kleinlich ausgesprochene - Strafen in der Schlussphase entgegen. So sass ab der 58. Minute stets ein Sarganserländer Akteur auf der Strafbank.
Schnelle Tore im MitteldrittelAuch aus dem Emmental kehrten die UHCS-Akteure tags darauf mit leeren Händen zurück. Erneut brachte eine 1:0 Pausenführung keine Stabilität ins Nervenkostüm. Bis Spielhälfte führte Eggiwil mit 3:1. Die Sarganserländer Abwehr machte dabei nicht immer den besten Eindruck. Zwischen den Toren 2 und 3 in der 26. Minute lagen genau vier (!) Sekunden Differenz. Nach einem Berner Ausschluss brachte Marc De Coi seine Farben in der 37. Minute wieder heran. Doch nur eine Zeigerumdrehung später hiess es schon wieder 2:4.
Die Möglichkeit zum Ausgleich wäre im Schlussdrittel da gewesen. Erst wurde ein eigener Ausschluss erfolgreich überstanden, danach durften die Sarganserländer zweimal selber in Überzahl agieren. Tore blieben Fehlanzeige – Thomas Ritter machte mit dem 5:2 ins leere UHCS-Tor alles klar, Martin Sauters Treffer zwei Sekunden vor der Sirene kam zu spät.
Sarganserland – Iron Marmots Davos-Klosters 4:5 (1:3, 2:1, 1:2)RSA Sargans. – 150 Zuschauer.- SR Scherrer/Steiger.
Tore: 8. Sturzenegger 1:0. 13. Bebi 1:1. 17. (16.10) Matthias Jecklin (Bebi/Ausschluss Adrian Altherr) 1:2. 18. (17.32) Thöny 1:3. 21. Hardegger (De Coi) 2:3. 23. Hartmann (Ausschlüsse Emanuel Furger, Samuel Altherr) 2:4. 33. Sturzenegger 3:4. 52. Sturzenegger (Sauter/Ausschluss Roffler) 4:4. 56. Ilmer (Bebi) 4:5.
Strafen: 7-mal 2 Minuten gegen Sarganserland, 2-mal 2 Minuten gegen Davos-Klosters.
Sarganserland: Arambasic; Britt, Sturzenegger; Felix, Samuel Altherr; Sauter, De Coi, Hardegger; Emanuel Furger, Giger, Santoro; Adrian Altherr, Kohler, Pfiffner.
Davos-Klosters: Basig; Matthias Jecklin, Fluor; Bardill, Bettinaglio; Roffler, Thöny, Mathis; Bebi, Hartmann, Ilmer.
Bemerkungen: Sarganserland ohne Remo Furger, Good, Guidon; Davos-Klosters ohne Terlizzi (alle verletzt). – 27. Adrian Altherr verletzt ausgeschieden, 56. Timeout Davos-Klosters, 58. Arambasic hält Penalty von Bebi, 59. Timeout Sarganserland.
Eggiwil – Sarganserland 5:3 (0:1, 4:1, 1:1)BOE Zollbrück. – 95 Zuschauer. – SR Meier/Schneider.
Tore: 19. Emanuel Furger 0:1. 22. Walther (Reber) 1:1. 26. (25.05) Reber (Walther) 2:1. 26. (25.09) Röthlisberger (Reber) 3:1. 38. (37.24) De Coi (Giger/Ausschluss Reber) 3:2. 39. (38.43) Lüthi (Röthlisberger) 4:2. 60. (59.23) Ritter (ins leere Tor) 5:2. 60. (59.58) Sauter (Emanuel Furger) 5:3.
Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Eggiwil, 1-mal 2 Minuten gegen Sarganserland.
Sarganserland: Sarganserland: Arambasic; Britt, Sturzenegger; Felix, Samuel Altherr; Sauter, De Coi, Hardegger; Emanuel Furger, Giger, Santoro; Adrian Altherr, Kohler, Pfiffner.
Bemerkungen: Sarganserland ohne Remo Furger, Good, Guidon. – 58. Timeout Sarganserland, 60. Timeout Eggiwil.
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