Monday, December 08, 2008 | Bart gezeigt
Zum 6. Dezember entschied das Zwöi in der neuen Ragazer Halle den Vergleich mit den Calanda Flyers in der Verlängerung. Mutig wurde gezeigt, was Mann hatte…
Nach den kapitalen Niederlagen der vergangenen Spiele kam der Bartlängenvergleich mit der Trimmiser Ligaelite eigentlich eher ungelegen. Zu oft fasste man in letzter Zeit Schmutzlis Laterne oder wähnte sich als geschundener Esel nach Meisterschaftspartien. Aber Hoffnung stirbt ja besonders im Advent zuletzt, deshalb beschloss man, dem Gegner den Bart zu zeigen und dem Anspruch auf den roten Rock mit beherztem Aufwand wenigsten kämpferische Taten folgen zu lassen.
Dessen verwehrten sich die Trimmiser aber tunlichst, schnell gingen sie mit einem prächtigen Weitschuss von der Seite in Führung. Doch die Antwort folgte auf dem Fuss, Bruhin markierte an der Mauer vorbei den Ausgleich, dessen Nutzen wiederum postwendend storniert werden musste. So hielten sich die Calandachläuse in der Anfangsphase besser im Spiel, nach 10 Minuten wurden aber die Rollen gewechselt: Und Hollerboller Rumpelsack, die Sarganser schrieben sich zur Stärkung in der Pause noch drei Mandarinli gut. Zwei davon weil die Trimmiser Ruten zweckentfremdet eingesetzt wurden und die betreffenden Chläuse zur Reflexion geschickt wurden.
Die erfreulichen Ereignisse des ersten Drittels wurden mit Glühwein und fettigen Erdnüssen betäubt, damit den Sarganserchläusen der Schlitten im weiteren Spielverlauf aus Übermut nicht durchbrennen sollte. Man begab sich also in die demütige Haltung eines Schmutzlis, obwohl der Bart (zumindest mental) im Vergleich zu den vorherigen Spielen (Spaghetti des Grauens…) bereits wieder beträchtliche Grösse angenommen hatte.
Sodann plätscherte das Spiel dahin, die Sarganser zogen sich weit zurück und machten die Räume eng um in Rentierneunspännermanier zu kontern. Die Spielstärke des Gegners (mit vielen Erfahrungschläusen angetreten) generierte aber zuerst ein Mandarinli auf der falschen Seite. Es brauchte einen streng geahndeten Rutenmissbrauch eines Fliegers und als Reaktion dessen zweifelhaftes Versli (2+10 Min.), damit der alte Spielstand in Überzahl wieder hergestellt werden konnte. Sofort zog man sich wieder in den schützenden Wald zurück und hielt sich an bewährtes, ja konservatives! Die dadurch entstandenen Konter blieben brandgefährlich, zweimal zog Gerber auf und davon und markierte abgebrüht im Stile eines Mannes, der wirklich draussen zu Hause ist.
Mit einer veritablen Dreitoreführung ging es ins letzte Drittel, der Sarganser Bart spross prächtig, dennoch versuchte man, in einer schmutzlianischen Demut anzutreten um dem Spielchlaus aus Trimmis Paroli zu bieten. Dies sollte lange Zeit gelingen, bis zwei Minuten vor Ablauf der regulären Zeit lag man noch komfortabel in Führung. Bis der strenge Oberchlaus einen Sarganser für ein Rutenvergehen auf die Strafbank schickte und die Trimmiser abgeklärt einlochen konnten. Nun folgte eine heisse Schlussphase, die Bündner ersetzten den Torhüter mit einem sechsten Chlaus, im Sarganser Drittel herrschte ein Durcheinander, vor lauter Nüssen und Bärten sah man das Mandarinli kaum. Glücklich fiel es vor eine Trimmiser Rute, die eiskalt aus nächster Nähe zuschlug, notabene nachdem die Entscheidung vor dem leeren Bündnertor kurz zuvor verschmäht wurde.
In der Verlängerung musste nun endgültig Länge und Dichte der Mannspracht vermessen werden. Mit der Wut im Bauch erzielten die Sarganser nach nur kurzer Zeit den Siegestreffer und wuschen sich somit den ganzen Schmutzlidreck der letzten Woche aus dem Gesicht.
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