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Sunday, November 23, 2008 | Den Leader arg gefordert



Zwei starke Drittel nützten den Sarganserländerinnen letztendlich nichts – sie mussten im sonnigen Tessin eine bittere 1:6 Klatsche gegen den souveränen Leader aus Frauenfeld hinnehmen. Der Schein trügt aber, denn die Einheimischen konnten gegen den äusserst spielstarken Gegner über weite Strecken mithalten und erarbeiteten sich dabei Chancen zuhauf, bevor in den letzten zehn Minuten das Abwehrbollwerk in sich zusammenfiel.

In aller Herrgottsfrühe aus den Federn
(dw) Tief verschneit war das Sarganserland frühmorgens um Sechs, als der Car mit der gesamten Frauschaft die Müh auf sich nahm, den San Bernardino in Richtung Sonnenstube zu erklimmen. Zu leiser Panflötenmusik und sonstiger Herzerwärmer, dem Rasseln der Schneeketten, dem Rauschen des Spritzwassers und mit einer Prise Vanilleduft in der Nase liess es sich angenehm weiterdösen, bis die alten Kasernenanlagen mit der gewöhnungsbedürftigen, bunkerähnlichen Sporthalle nach 3 Stunden Fahrt in der Morgensonne erstrahlte.

Konzentrierter Beginn

In der „Caserma“ angekommen, galt es sich nun bestmöglich auf den starken Gegner und die bevorstehende Partie einzustimmen. Man wollte als Dompteur auftreten und die Löwinnen aus dem Thurgau zähmen. Die Sarganserländerinnen nahmen von Beginn weg die Peitsche in die Hand, kontrollierten die Raubtiere und zeigten sich fähig, selbst ein horrendes Tempo anzuschlagen. Nach zwei, drei guten Torchancen waren es die Thurgauerinnen, welche nach einem Freistoss unmittelbar an der Torraumgrenze von einem Abstimmungsfehler profitieren und zur erstmaligen Führung einschiessen konnten. Nichts desto Trotz spielten die Oberländerinnen munter weiter und erspielten sich regelmässig hochkarätige Chancen, wobei der generischen Torhüterin gleich dreimal die Querlatte zur Hilfe eilte.

Weiterhin tolles Spiel

Auch im Mitteldrittel boten die beiden Mannschaften weiterhin ein Spiel auf tollem Niveau. Es war ein flottes hin und her, wobei die Sarganserländerinnen immer wieder in aussichtsreichen Positionen zum Abschluss kamen, jedoch am eigenen Unvermögen oder an der gegnerischen Torhüterin scheiterten. Die Thurgauerinnen konterten nach den kurz andauernden Druckphasen jeweils postwendend mit schnell vorgetragenen Angriffen – und dies erfolgreich. Zur Halbzeit erhöhten sie abgeklärt zum 0:2. Kurz vor Ablauf des zweiten Drittels dann doch noch – Lara Borghi lenkte eine scharfe Hereingabe von Stauffer ins gegnerische Tor ab und konnte somit zu einem scheinbar perfekten Zeitpunkt den Anschluss wieder herstellen.

Kalte Dusche

Das letzte Drittel ist schnell erzählt. Frauenfeld reduzierte auf Grund des Spielverlaufs auf zwei Linien und erhöhte das Tempo markant. Die Einheimischen verloren danach plötzlich den Faden, liessen sich vermehrt zu Abspielfehlern hinreissen und „vertendelten“ sich zusehends in der eigenen Hälfte. Die abgeklärten Leaderinnen wussten dies auszunutzen und erhöhten bis zum Spielschluss auf 1:6.

Siegen will gelernt sein
Obwohl das Resultat eine deutliche Sprache spricht, kann auf den ersten beiden Dritteln aufgebaut werden. Ein Punktgewinn wäre nach einer anfänglich starken Leistung durchaus drin gelegen, aber wie so oft in der nun abgelaufenen Vorrunde fehlte in den entscheidenden Momenten das nötige Quäntchen Glück, um auch solche Spiele erfolgreich gestalten zu können.



Sarganserland – Red Lions Frauenfeld 1:6 (0:1, 1:1, 0:4)
Caserma Losone TI – 10 Zuschauer – SR Nonella/Käser
Tore: 10. Keller (Raschle) 0:1. 30. Füllemann (Breu) 0:2. 40. (39.33) Borghi (Stauffer) 1:2. 49. Böhringer (Teiss) 1:3. 52. Ausderau (Stamm) 1:4. 58. Böhringer (Teiss) 1:5. 60. (59.23) Raschle 1:6.
Strafen: keine
Sarganserland: Koslowski; Niederer, Krättli; Felix, Camenisch; Lieberherr, Aeschlimann, Lier; Stauffer, DeCoi, Borghi; Tschirky, Fritsche, Regli
Bemerkungen: Sarganserland ohne Weber (nicht eingesetzt), Lufi, Arnold, Manz, Doka (alle verletzt), Riesen (krank), Willi (rekonvaleszent), Grünenfelder (Ferien), Tscherfinger, Ackermann (Arbeit)


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