Sunday, November 02, 2008 | Ausgeglichenes Spiel in allen Belangen
Vor einer Woche konnte man sich noch überschwänglich über den „Last Minute Sieg“ in der heimischen RSA freuen, heute waren es die Absteigerinnen aus Winterthur, welche in der letzten Spielminute noch ausgleichen und sich somit einen Punkt sichern konnten. Letztendlich waren es aber die beiden Torhüter (Torumrandungen), welche dem Spiel den entscheidenden Stempel aufdrückten und auf beiden Seiten Chance um Chance zu Nichte machten.
Verschlafener StartWenn es den Begriff „Schönwetterunihockeyanerinnen“ gäbe, wäre dies das passende Synonym für die Anfangsphase des Sarganserländer Spiels. Die Umstellung vom warmen Föhnwetter im Oberland zum kalten Herbstwetter im Toggenburg mochte den Sarganserländerinnen nicht recht gelingen, was sich auf dem Spielfeld klar wiederspiegelte. Die Eulachstädterinnen spielten agil, druckvoll und tauchten immer wieder gefährlich vor Jacky Webers Tor auf, welche aber mit guten Reflexen und ein Wenig Glück die Null hielt. In der zwölften Minute musste Weber ein erstes Mal hinter sich greifen, nachdem die Winterthurerinnen im Slot erfolgreich nachgesetzt und den verdienten Führungstreffer erzielt hatten. Bis dahin hatten die Einheimischen nur wenige Möglichkeiten und blieben immer wieder in der gegnerischen Zone hängen – es passte noch nicht viel zusammen.
Comeback nach dreissig MinutenPersonelle Umstellungen und eine gehörige Pausenrede waren nötig um das Team zu wecken und endlich den Rhythmus zu finden. Doch nach nur gerade 18 Spielsekunden im Mitteldrittel lag der Ball ein weiteres Mal im Netz. Eine gegnerische Spielerin profitierte von einem unglücklichen Abpraller und hämmerte den Ball in die Maschen. Dies war wohl die langersehnte Initialzündung in den eigenen Reihen. Fortan spielten die Sarganserländerinnen munter mit, traten als Einheit auf, produzierten gute Torchancen und liessen im Gegenzug praktisch keine gefährlichen Szenen vor dem eigenen Tor mehr zu. Nach rund vierzig Spielminuten endlich die Erlösung mit dem Anschlusstreffer zum 2:1. Eine Winterthurerin lenkte eine scharfe Hereingabe von Sabrina Niederer unglücklich ins eigene Tor ab. Mit diesem mental enorm wichtigen Treffer ging es in die zweite Pause.
Attraktives SchlussdrittelIm Schlussdrittel waren es die Sarganserländerinnen, welche kurz nach Wiederanpfiff ausgleichen konnten. Lara Borghi schlenzte den Ball mit ihrer unverkennbaren Art ins hohe Eck. Folglich wurde den Zuschauern ein attraktives Unihockeyspiel geboten, welches hin und her wog und die nötigen Emotionen ins Spiel brachte. Der erneute Führungstreffer durch Winterthur wurde durch Daniela Lieberherr, nach einem mustergültigen Doppelpass mit Sabrina Aeschlimann, postwendend wieder ausgeglichen. Das Spieldiktat war nun in Sarganserländer Hand und ein weiterer Treffer war nur noch eine Frage der Zeit. Fünf Minuten vor Schluss profitierte Fabienne Riesen von einem Abpraller und verwertete zur erstmaligen Führung. Doch seit letzter Woche wissen wir, dass ein Spiel erst mit der Schlusssirene entschieden ist, und prompt wurde uns dies noch einmal nachhaltig verinnerlicht. Die Winterthurerinnen konnten in der letzten Minute nach einem Abstimmungsfehler in den eigenen Reihen noch ausgleichen und schrammten nach einem satten Schuss an die Latte, nur knapp dem Sieg vorbei. Da war dann wohl unsererseits auch das letzte Quäntchen Glück noch aufgebraucht.
Verlängerung brachte keine EntscheidungIn der Verlängerung schaute nichts Zählbares mehr heraus. Somit teilten die UHCS-lerinnen mit den Winterthurerinnen artig die Punkte und entflohen dem Nebel in die sternenklare Nacht des Oberlandes.
Weiterhin bleibt viel zu tun um in zwei Wochen die geforderten 3 Punkte ins Trockene zu bringen und den Anschluss an die Spitze bis zum Ende der Vorrunde halten zu können. Die Damen treffen in der sechsten Runde in Winterthur auf das noch punktelose Egg.
Sarganserland – Winterthur United 4:4 n.V. (0:1, 1:1, 3:2)Ifang Bazenheid – 50 Zuschauer – SR Blatter/Brägger
Tore: 12. Caluori (Bosshard) 0:1. 21. Räss (Brand) 0:2. 39. Eigentor 1:2. 41. Borghi 2:2. 45. Häusl (Lutz) 3:2. 48. Lieberherr (Aeschlimann) 3:3. 55. Riesen (Stauffer) 4:3. 60. (59.10) Bosshard (Thoma) 4:4.
Strafen: 2x2min. gegen Sarganserland, 1x2min. gegen Winterthur United
Sarganserland: Weber; Niederer, Krättli (21. Regli); Felix, Fritsche; Lieberherr, Grünenfelder (30. Borghi), Ackermann (21. Aeschlimann); Stauffer, Lufi, Riesen; DeCoi, Doka, Stucky
Bemerkungen: Sarganserland ohne Tscherfinger, Koslowski (nicht eingesetzt), Arnold, Manz (verletzt), Willi (rekonvaleszent), Tschirky, Camenisch (Ferien), Lier (Arbeit); 51. Lufi verletzt ausgeschieden
zurück