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Monday, October 06, 2008 | Der Parkett des Grauens




Mit 6:4 gewann die zweite Herrenmannschaft ihr drittes Saisonspiel am Samstag in Buttikon gegen Weesen. Hier wieder ein Spielbericht in altbekanntem Format, diesmal geschrieben von Roger Häubi.

Wie ein Hauch von Puderzucker liegt der Schnee an den Churfirsten. Es ist kalt geworden. Die Bäume verlieren ihre Blätter und das Wetter ist nass und grau. Es ist wieder Zeit für Raclette und Fondue. Nicht für alle! Unsere Spasstruppe ist auf dem Weg nach Buttikon, um einmal mehr in einem spannenden Fight gegen die Weesnerurgesteine anzutreten.
Verwegene und alteingesessene Unihockeyaner kennen die Hochburg zu Buttikon, die schon manche Schlacht erlebt hat und nicht immer waren unsere Mannen aus dem Sarganserland siegreich. Doch die Spasstruppe wollte heute unbedingt drei Punkte holen. Doch zuerst galt es, sich auf dem grässlichen Schlachtfeld durchzusetzen und diese drei Punkte zu erkämpfen.

Um 18.30 Uhr betrat ich mit meinen Freunden der Spasstruppe diese ominöse Halle. Der braune, hässliche und sehr „laute“ Parkett strahlte mich schon von weitem an. Ich glaube ich habe ihn leise lachen gehört oder war es das Lachen längst besiegter Gegner. Nun wir mussten diese Gedanken hinter uns lassen und uns auf das heutige Spiel konzentrieren. Es gibt doch nichts Besseres als ein kleines Fussballspiel, um die bösen Geister zu vertreiben.
Gut „eingetschutet“ ging es dann zurück in die Kabine. Heute war es an Coach Dominik uns mit einer flammenden Rede, à la Berner, für den Match einzustimmen. Es war schon lange nicht mehr so ruhig in der Kabine, während einer Taktik-Besprechung. Ich glaube, das lag an der Geschwindigkeit, wie die Worte aus Dominiks Mund prasselten. Dies überforderte uns ein wenig. Sind wir uns doch gewohnt, dass beim Berner die Worte eher zähflüssig aus seinem Munde rinnen. Auch nach der Ansprache war es für einen Moment ganz ruhig. Wir mussten die vielen, schnellen Worte erst verarbeiten und das brauchte seine Zeit. Zum Glück befreite uns Jules aus dieser Benommenheit, sonst würden wir wohl jetzt noch in dieser Garderobe hocken. Er tat dies mit seiner ach so charmanten Jules-Art mit einem tüchtigen: „So gümmer!“

Ob es das „So gümmer!“ oder eben die tollen taktischen Anweisungen Dominiks waren weiss ich bis jetzt nicht, aber das erste Drittel ist schnell erzählt und geht runter wie ein guter Zombie in einer Bar in Dornbirn. Wir kombinierten locker, flockig von hinten heraus. Die Auslösungen waren knackig und punktgenau. Es war eine Augenweide. Auch der unbeliebte Boden konnte uns bis jetzt nichts anhaben. Es schien als würden wir über das Parkett schweben. Ob dieses Schweben auf unerlaubte Substanzen in der Trinkflasche zurückzuführen ist, konnte nicht eruiert werden.
Nach nur gerade sechs Minuten war es Davos-Fan Willi der uns in Führung schoss. Einige Minuten später war es an Steve sich als Scorer zu feiern und so ging es munter weiter bis es nach dem ersten Drittel 4:0 stand.
Weesen hatte in diesem ersten Drittel nichts entgegen zu setzen und wenn, dann war unser Vetsch auf dem Posten und hielt die Bälle sicher. So konnte in der Pause auch gescherzt und gelacht werden. Wurde vielleicht zu früh gelacht? Nun, Dominik erinnerte uns, dass es noch zwei Drittel zu spielen gilt, aber meinte auch gleich: „Wenn wir so weiter spielen, sollte Weesen kein grösseres Problem werden.“ Nun gut also weiter im Takt!

Das zweite Drittel begann dann auch sehr gut für unsere Mannen. Sie erhöhten das Resultat auf 5:0. Mit dem fünften Treffer kam, dann aber eben auch die Nonchalance. Die Stürmer dribbelten vermehrt und einige von ihnen glaubten Unihockey sei ein Einzelsport. Die Verteidiger markierten ihren Gegenspieler nicht mehr gar so eng und so kam es wie es kommen musste. Weesen gelang das 1:5. Es war ein sehenswerter Schuss, aus der Halbdistanz, direkt ins Lattenkreuz. Weesen konnte sich nur bedingt darüber freuen. Einerseits war es nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Andererseits war Sargans schnell wieder zur Stelle und markierte das 6:1. „Nun ist der Gegner besiegt!“ War wohl der Hauptgedanke bei den meisten Akteuren der Spasstruppe. Natürlich hatte Weesen etwas da gegen und erzielte noch vor Ablauf des zweiten Drittels das 2:6. Dies kümmerte die Spasstruppenspieler wenig. Bei ihnen ging es nur noch darum, wer wohl das zehnte Tor schiessen würde. Doch wie so oft braucht es zwei dazu und unser Gegner war nicht bereit sich jetzt einfach kampflos zu Opfern.

Im letzten Drittel ging es dann auch zackig los und die Weesner zeigten, wieso man sie nie unterschätzen darf. Sie haben ein grosses Kämpferherz und geben sich erst geschlagen, wenn das Spiel vorbei ist. Sargans jetzt mehrheitlich mit Fehlpässen und schlechten Auslösungen sah sich in die Defensive gedrängt. Weesen hatte zu diesem Zeitpunkt plötzlich mehr vom Spiel und kam auch vermehrt zu guten Abschlüssen. Es kam, wie es kommen musste und wir kassierten das 3:6 und sogar auch noch das 4:6. Das tolle Spiel der Sarganser aus dem ersten Drittel war nicht mehr zusehen. Keine Überlegenheit mehr, keine tollen Pässe mehr. Konnte man im ersten Drittel noch vom Schweben sprechen, war es jetzt eher ein Kriechen. Doch glücklicherweise geht ein Unihockeyspiel nur 60 Minuten. Wäre es länger gegangen bin ich mir nicht sicher, ob wir diese drei Punkte gewonnen hätten.

Am Ende bleibt die Freude über die drei Punkte, ein tolles erstes Drittel und die Gewissheit, dass auch der Parkett des Grauens nur ein hässlicher brauner Holzboden ist.

Sarganserland II: Vetsch, Jocke, Pascal, Steve, Bischof S., Willi, Brucco, Gerber, Simu, Gögge, Laich, Grass, Jules, Kobi I, Kobi II, Tom, Sturzi, Häubi



Zombie: 2 cl Weisser Rum, 2 cl brauner Rum,2 cl hochprozentiger Rum (mind 54%),2 cl Kirschlikör,2 cl Zitronensaft, 3 cl Orangensaft, 3 cl Ananassaft, 1 cl Grenadine, einige Ice Cubes, eine Cocktailkirsche
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